Festspielintendant Pereira: "Machen den Zyklus auf alle Fälle"

10. Dezember 2012, 14:13
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Bedauert Rückzug von Welser-Möst und spricht von zwei Menschen, die sich auseinandergelebt hätten

Salzburg - Alexander Pereira, Intendant der Salzburger Festspiele, lässt sich von der Absage des Dirigats von Franz Welser-Möst beim dreijährigen Mozart-Da Ponte-Zyklus der Festspiele nicht beirren: "Wir machen den Zyklus auf alle Fälle", erklärte er gegenüber der Tageszeitung "Kurier" (Montagsausgabe). Pereira ist momentan auf der Suche nach einem Ersatz, es sei auch möglich, dass "es drei verschiedene Dirigenten gibt".

In einer Aussendung hat Pereira am Montag mit Bedauern auf den Rückzug von Welser-Möst reagiert. Die vorgebrachten Argumente eines zu engen Spielplankorsetts ließ Pereira nicht gelten: "Der wahre Grund für die Absage dürfte sein, dass sich zwei Menschen, die einmal sehr intensiv über viele Jahre zusammengearbeitet haben, auseinandergelebt haben, was ich sehr bedauerlich finde, weil ich gehofft habe, in Salzburg an die positiven Zeiten unserer Zusammenarbeit anschließen zu können." Welser-Möst war zwischen 1995 und 2008 am Opernhaus Zürich unter Pereira tätig.

"Es ist für eine Aufführungsserie von 'Cosi fan tutte' absolut nicht ungewöhnlich, Vorstellungen mit nur einem Tag Pause zu spielen", so Pereira. Auch Welser-Möst selbst habe schon entsprechende Aufführungsserien dirigiert. Auch habe man sämtliche Aufführungsdaten persönlich besprochen.

Ein früherer Premierentermin als der avisierte 21. August 2013 sei allerdings nicht denkbar gewesen: "Welser-Möst bestand mit Nachdruck darauf, die Proben zu dieser Produktion erst am 15.8.2013 zu beginnen. Vorher wollte er unbedingt Urlaub machen. Mein Hinweis, dass wir die Proben schon am 9. oder 10.8.2013 beginnen sollten, wurde von ihm abgelehnt."

Keine Zustimmung eingeholt

Ein Fehler sei ihm, Pereira, lediglich bezüglich der Vorstellung am 31. August unterlaufen, die kurzfristig mit 11 Uhr angesetzt wurde. "Wissend, wie heikel solche Terminfragen für Franz Welser-Möst sind, war uns klar, dass wir uns um seine Zustimmung hätten bemühen müssen, unglücklicherweise ist das im letzten Moment doch nicht geschehen."

"Andererseits muss ich feststellen, dass es vollständig unproportional ist, dieses Problem, das man mit einem Anruf hätte klären können, und das mittlerweile behoben ist, denn die Vorstellung wurde wieder auf 14.00 Uhr verlegt (dies teilte ich Herrn Welser-Möst auch am Mittwoch letzter Woche mit), zum Anlass nimmt, nicht nur die 'Cosi', sondern auch die noch nicht angekündigten Produktionen der Festspiele 2014 und 2015 zu stornieren", erklärte Pereira. (APA, 10.12.2012)

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