Bilder mit Asche von KZ-Opfern sorgen für Empörung

7. Dezember 2012, 16:37
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Künstler argumentiert mit "Erinnerung" an Nazi-Opfer

Stockholm - Ein mit Asche von KZ-Todesopfern gemaltes Bild hat in Schweden für Empörung gesorgt. Das in der südschwedischen Stadt Lund ausgestellte Gemälde des Künstlers Carl Michael von Hausswolff wurde nach dessen Angaben mit Asche von Juden gemalt, die im NS-Konzentrationslager Majdanek in Polen während des Zweiten Weltkriegs ermordet wurden, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Seine Arbeit solle die im Zweiten Weltkrieg "gefolterten, gequälten und ermordeten Menschen" in Erinnerung rufen, erklärte der Künstler.

Vor zwei Tagen sei Anzeige erstattet worden, sagte eine Polizeisprecherin. Es werde ermittelt; allerdings sei offen, ob die Nutzung der in Polen entwendeten Asche in Schweden überhaupt eine Straftat sei. Das Schwarz-weiß-Aquarell - vertikale Pinselstriche in einem Rechteck - hängt in der Schau "Memory Works" der Galerie Martin Bryder. Der Galerist wollte keine Stellungnahme abgeben.

Der Künstler erläuterte auf der Galerie-Webseite, er sei 1989 zu einer Ausstellung nach Polen gereist und habe in Majdanek die Asche mitgenommen. Weil "das Material emotional zu belastet" gewesen sei, habe er sie aber zunächst nicht benutzt, und sich erst 2010 "entschlossen, damit 'etwas zu machen'". "Als ich zurücktrat und die Gemälde betrachtete, 'sprachen' sie zu mir: Figuren erschienen... als ob die Asche Energie oder Erinnerungen oder 'Seelen' von Menschen enthielte... Menschen, die von anderen Menschen in einem der unbarmherzigsten Kriege des 20. Jahrhunderts gefoltert, gequält und ermordet wurden". (APA, 7.12.2012)

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