Germanwings lockt mit Luxus-Option

6. Dezember 2012, 18:07
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Lufthansa will mit neuem Dreistufentarif Verluste im Europa-Geschäft eliminieren

Köln/Wien - Die Lufthansa schickt ihre Billig-Airline Germanwings mit neuen Tarifen und verändertem Marktauftritt in den Konkurrenzkampf mit Ryanair und Easyjet. Ab Juli 2013 werde die „neue Germanwings" drei verschiedene Tarife anbieten vom Low-Cost-Angebot mit weniger Platz im Flieger, ohne Freigepäck und Bewirtung bis zum hochwertigen Angebot für Geschäftsreisende, kündigte Lufthansa-Chef Christoph Franz am Donnerstag an. Eine Businessclass gibt es nicht.

Schnellere Sicherheitskontrolle

Das Tarifkonzept ähnelt dem von Air Berlin / Niki: Drei Tarifstufen, in der billigsten gibt es nichts außer einem Sitzplatz, bis zur teuersten, in der man sich in den ersten drei Reihen einen Platz mit mehr Beinfreiheit und garantiertem Abstellplatz für das Handgepäck reservieren kann. Weitere Komponenten des neuen Germanwings-Best-Tarifs die man zubuchen kann sind: Zugang zu Lufthansa-Lounges, Priority Check-in und Benutzung der Fastlane bei der Sicherheitskontrolle, erhöhte Meilengutschrift bei Miles&More, HON Circle Meilen, doppelte Freigepäck-Menge (zweimal 23 Kilogramm), Catering à la carte an Bord, flexible Umbuchung und Stornierbarkeit des Tickets.

Künftig wird Germanwings den Verkehr auf Flughäfen wie Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln und Stuttgart übernehmen - alle Flüge innerhalb Deutschlands und Europas werden dann von ihr abgewickelt. Ausgenommen sind Verbindungen zu den beiden Drehkreuzen Frankfurt und München, die die Lufthansa auch künftig selbst durchführt.

Fliegerrochade

Laut Franz lasse sich der Konzern die Umstrukturierung 30 Millionen Euro kosten. Germanwings werde 29 Flieger der Lufthansa übernehmen. Zudem werde die Billig-Tochter etwa 1000 Beschäftigte des Bord- und Bodenpersonals der Lufthansa übernehmen. Wie viele davon allerdings den Wechsel und Umzug nach Köln akzeptieren würden, stehe in den Sternen, sagte Franz. Als Alternative biete der Konzern Abfindungen.

Die Lufthansa musste im Europaverkehr in den vergangenen Jahren hohe Verluste verkraften. Die neue Billiggesellschaft ist Kernstück des Sparprogramms, das sich die Lufthansa Anfang des Jahres auferlegte. Konzernweit soll der operative Gewinn bis 2014 um mindestens 1,5 Mrd. Euro gesteigert werden.

Die AUA wird, wie bereits angekündigt, die Doppelgleisigkeiten etwa im Flugbetrieb (AUA und Tyrolean) und in der Technik (Standorte in Wien, Innsbruck, Bratislava) beseitigen, was bis zu 15 Millionen Euro bringen soll. Wie viele Mitarbeiter dabei ihre Job verlieren werden, stehe noch nicht fest, betont die AUA. Das Wirtschaftsblatt schrieb von 100 Mitarbeitern. (cr, DER STANDARD, 7./8./9.12.2012)

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