Nokia Siemens schließt Service-Tochter: 1.000 Beschäftigte betroffen

5. Dezember 2012, 12:10
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Wegen anhaltenden Verluste und Wegfall von Großkunden

Der Telefonnetz-Ausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) schließt seine deutsche Service-Tochter. Der Schritt betrifft rund 1.000 Beschäftigte, wie die Gemeinschaftsfirma von Siemens und Nokia am Mittwoch mitteilte. Die NSN Service GmbH schreibe mit der Wartung von herkömmlicher Telefon- und Datentechnik Verluste, und komme absehbar auf keinen grünen Zweig, hieß es. "Aus Sicht von Nokia Siemens Networks sind diese anhaltenden Verluste in einem Geschäftsbereich, der nicht zum Kerngeschäft gehört, nicht mehr tragbar", erklärte Deutschland-Chef Hermann Rodler. Die ausstehenden Verpflichtungen gegenüber Kunden und Lieferanten würden geordnet abgewickelt.

Wegfall von Großkunden

Kreisen zufolge hatte zuvor der Großkunde Deutsche Telekom, von dem NSN das Geschäftsfeld vor fünf Jahren übernommen hat, seinen Vertrag zum Jahresende gekündigt und damit das Aus für das Wartungsgeschäft bei NSN besiegelt. NSN-Chef Rajeev Suri unterzieht sein Haus derzeit einer Rosskur. Reihenweise werden Geschäftsfelder verkauft oder geschlossen. Weltweit fallen rund 20.000 der 74.000 Stellen, davon bisher 3.000 in Deutschland.

200 Mitarbeiter zur Deutschen Telekom

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi appellierte an die Konzerne, den Mitarbeitern von NSN Service eine berufliche Perspektive zu bieten. Von den rund 1.000 Betroffenen kommen der Gewerkschaft zufolge demnächst 200 automatisch bei der Deutschen Telekom unter: Sie haben als Beamte ein Rückkehrrecht. Verdi-Funktionär Lothar Schröder kritisierte, NSN habe sich abseits von den Aufträgen der Telekom kein tragfähiges Geschäft aufgebaut. "Dieses Missmanagement sollen die Beschäftigten nun mit einem Verlust ihrer Arbeitsplätze bezahlen. Das ist skandalös", erklärte er. (APA/Reuters,5.12.2012)

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