Malis Regierung und Rebellen nähern sich an

5. Dezember 2012, 09:50
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Tuareg wollen Dialog ohne Entwaffnung - UN-Sicherheitsrat soll noch im Dezember über Eingreiftruppe entscheiden

Paris/Bamako/Abidjan - Bei Gesprächen über ein Ende der Krise im westafrikanischen Mali sind die Regierung des Landes und zwei Rebellengruppen einander nähergekommen. Es werde angestrebt, die Feindseligkeiten zu beenden und "in einen Dialog" zu treten, teilten beide Seiten am Dienstagabend im benachbarten Burkina Faso mit. Ziel sei, "die territoriale Integrität" Malis zu wahren. An dem Treffen nahmen islamistische und Tuareg-Rebellen teil.

Die Tuareg sind zu einem Dialog mit der Zentralregierung in Bamako bereit, wollen sich aber nicht entwaffnen lassen. Die Tuareg-Organisation MNLA strebe eine politische Lösung in Mali an, betonte ihr Sprecher Moussa Ag Assarid am Mittwoch.

Im Norden Malis hatte es im vergangenen Winter nach der Rückkehr von Tuareg-Kämpfern aus Libyen einen Aufstand gegen die Zentralregierung gegeben. Unzufriedene Soldaten stürzten Ende März die Regierung in der Hauptstadt Bamako. Tuareg-Rebellen brachten in dem anschließenden Machtvakuum binnen weniger Tage gemeinsam mit Islamisten den Norden unter ihre Kontrolle. Dann vertrieben die Islamisten die Tuareg-Rebellen jedoch aus den Städten und riefen die Scharia aus.

UN-Sicherheitsrat soll noch heuer entscheiden

Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) will eine 3.300 Mann starke Eingreiftruppe nach Mali entsenden. Der UN-Sicherheitsrat soll noch im Dezember über ein Mandat für den Einsatz entscheiden. Nach langem Zögern stimmte die Übergangsregierung in Bamako einer Intervention zu.

"Der politische Dialog ist sicher notwendig, aber eine Militärintervention erscheint mir unumgänglich", sagte der Staatschef von Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) und derzeitige Vorsitzende der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS), Alassane Ouattara, am Dienstagabend nach Gesprächen mit Frankreichs Präsident Francois Hollande in Paris. Seiner Meinung nach müsse "so schnell wie möglich" gehandelt werden. Quattara forderte den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen auf, umgehend eine Erlaubnis für den Einsatz zu erteilen. Die afrikanischen Truppen seien so gut wie bereit.

Europäische Staaten wollen Ausbilder für die Armee entsenden. Eine Beteiligung an Kampfeinsätzen wird allerdings ausgeschlossen. Hollande ließ nach dem Treffen erklären, er teile Quattaras Ansichten zum Thema Mali. (APA, 05.12.2012)

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    Alassane Ouattara und Francois Hollande scheinen sich zu verstehen.

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