"World of Goo"-Schöpfer: Electronic Arts ist wie eine Fabrik

5. Dezember 2012, 10:22
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Ron Carmel erklärt, weshalb man in großen Studios zum "spezialisierten Werkzeug" wird.

Ron Carmel, Miterfinder des Indie-Hits "World of Goo", arbeitete vor seiner Selbstständigkeit bis 2006 bei Industriegigant Electronic Arts als Entwickler. Keine sehr inspirierende Erfahrung, wie Carmel im Rahmen des XOXO Festival eingestand. "Der Grund, weshalb ich EA verlassen habe war, weil es sich wie eine Maschine angefühlt hat."

Keine kreative Entfaltung

"Dort gab es den Designer und Produzenten, der mir zur Umsetzung ein 50 Seiten starkes Designdokument überreichte. Ich konnte die Ausrichtung vielleicht um ein oder zwei Grad beeinflussen, aber in Wahrheit habe ich mich mehr wie ein Fabrikarbeiter als ein Kreativer gefühlt.", erinnert sich Carmel.

Mit seinem Statement wolle er aber weniger EA verteufeln, als auf ein allgemeines Problem von großen Videospielherstellern aufmerksam machen. "Es ist unvermeidlich in einem großen Konzern, dass du zu einem spezialisierten Werkzeug wirst. Es ist die Art und Weise, wie Arbeit aufgeteilt wird. Es ist das exakte Gegenteil von dem, was man hat, wenn man sich als kleines Team selbstständig macht."

Branchentrend 

Carmel spricht damit etwas an, was sich offensichtlich immer mehr Spielentwickler in der Branche denken. 2012 war auch dank neuer Finanzierungsmethoden wie Crowdsourcing über Plattformen wie Kickstarter ein Hochjahr für Indie-Produktionen. Bei den am Freitag stattfindenden Spike Video Game Awards stammen mit "Journey" und "The Walking Dead" gleich zwei der fünf nominierten Werke für das Spiel des Jahres aus unabhängigen Studios. (zw, derStandard.at, 5.12.2012)

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    "Es ist unvermeidlich in einem großen Konzern, dass du zu einem spezialisierten Werkzeug wirst."

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