Welche Schulformen wo angeboten werden

4. Dezember 2012, 19:06
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Zwischen Freizeit und Lernstunden - Ein Überblick

BURGENLAND

Im Burgenland gibt es für die knapp 18.500 Pflichtschüler nur zwei echte Ganztagsschulen, die die „verschränkte Form" anbieten, wie es im Landesschulrat heißt. In der Neuen Mittelschule Mattersburg werden 94 Kinder in vier, in jener in Oberwart 34 Kinder in zwei Gruppen betreut. Die sogenannte „schulische Tagesbetreuung" - in der zumindet fünf Lernstunden pro Woche in Anspruch genommen werden - ist freilich weit verbreitet. An 105 von 248 Schulen wird das angeboten. An fünf von acht AHS gibt es das auch, davon sind um die 200 Schüler erfasst. Das Burgenland liegt damit, so Landesschulrats-Präsident Gerhard Resch, österreichweit an zweiter Stelle. Die Kosten sind Gemeindesache, bewegen sich zwischen 40 und 70 Euro pro Woche. (wei)


KÄRNTEN

In Kärnten gibt es bislang nur wenige Schulen mit verschränkter Ganztagsbetreuung, also abwechselnd Unterricht und Freizeit: 86 der 233 Volksschulen bieten laut Landesschulrat schulische Nachmittagsbetreuung - davon nur eine mit verschränkter Form. Organisiert wird die Nachmittagsbetreuung teilweise in Kooperation mit Horten oder Vereinen, die Kosten legen die Schulerhalter (meist Gemeinden) fest. Bei den Hauptschulen/Neuen Mittelschulen verfügen 42 der 51 Standorte über Nachmittagsbetreuung, davon sieben verschränkt. Von den 23 AHS-Standorten haben 16 Nachmittagsunterricht, der verschränkte Ganztagsunterricht scheiterte bis jetzt an zu wenig Anmeldungen - wird jedoch für das Schuljahr 2013/14 an mindestens zwei Standorten vorbereitet. (kali)


NIEDERÖSTERREICH

An 340 Pflichtschul-Standorten gibt es in Niederösterreich eine Genehmigung für Nachmittagsbetreuung, an 314 Standorten wird diese auch tatsächlich durchgeführt - das Angbot ist bedarfsorientiert. Unterrichtet wird in diesen Schulen aber lediglich am Vormittag, der Nachmittag ist sozusagen betreute Freizeit. „Echte" Ganztagsschule - also mit einander abwechselnden Unterrichts- und Freizeiteinheiten - gibt es laut Landesschulrat in ganz Niederösterreich nur eine, und zwar an der Polytechnischen Schule Himberg (Bezirk Wien-Umgebung). 

Zudem wird an 30 AHS-Standorten, die in die Bundeskompetenz fallen, schulische Nachmittagsbetreuung. Die Kosten bzw. allfällige Förderungen sind Gemeindesache. (hei)


OBERÖSTERREICH

In Oberösterreich gibt es im Bereich der Allgemeinbildenden Pflichtschulen 180 Standorte, die als Ganztagesschule geführt werden. (82 Volksschulen, 86 Hauptschulen bzw. Neue Mittelschulen und 13 Sonderschulen). Diese geführten Standorte haben insgesamt 27.898 Schüler. Nur gut ein Drittel davon, 8146 Schüler, nutzen diese Nachmittagsbetreuung. 

Zu den geführten kommen noch 47 nichtgeführte Standorte (20 Volksschulen, 26 Hauptschulen, eine Polytechnische Schule). „Nicht geführt" werden diese mangels Nachfrage - das Angebot wäre vorhanden gewesen. Die sogenannte verschränkte Form gibt es an 11 Standorten. Im AHS-Bereich nehmen 666 Schüler in 18 öffentlichen Schulen Ganztagsangebote wahr, im Privatschulbereich 441 an fünf Schulen. (mro)


SALZBURG

Knapp 4000 Schüler werden in Salzburg von 120 Erzieherinnen ganztägig betreut. 676 Schüler an elf Schulen gehen in die verschränkte Form der Ganztagsbetreuung. Die sechs Polytechnischen Schulen sind volle Ganztagsschulen, die Hauptschulen und Neuen Mittelschulen bieten beide Formen an und die Volksschulen haben keine verschränkte Form. Die unverschränkte Form nehmen 3264 Schüler an 79 Schulen in Anspruch. Organisiert wird die gesamte Nachmittagsbetreuung in Salzburg vom Verein Freizeitbetreuung. 80 Euro im Monat für fünf Tage die Woche kostet nur die Betreuung. Dazu kommt das Essen, das die Gemeinden unterschiedlich staffeln. In der Stadt bezahlen die Eltern 134,40 Euro für die volle Ganztagsbetreuung inklusive Essen im Monat. (ruep)


STEIERMARK

Eigentlich sind wir ganz gut unterwegs", sagt der Chef der Bildungsabteilung im Land Steiermark, Albert Eigner. Im Pflichtschulbereich werden rund 40 Prozent aller Schulen als Ganztagsschulen geführt. 2004 waren es erst rund 10 Prozent. Gemessen an der Zahl der 75.000 Pflichtschüler, besuchen rund elf Prozent ganztägig geführte Schulen. Ganztagsschulen im eigentlichen Sinn, als verschränkte Form, mit Unterrichtseinheiten am Vor - und Nachmittag gibt es aber nur begrenzt. Lediglich neun Pflichtschulen bieten dies an. Bei den Höheren Schulen gibt es ein fast flächendeckendes Angebot: Von den 37 AHS-Langformen laufen 34 als AHS mit Nachmittagsbetreuung. Fünf Gymnasien organisieren teilweise auch verschränkten Unterricht. (mue)


TIROL

Von den 52.075 Schülern, die eine Pflichtschule besuchen, werden in Tirol 3129 Schüler ( bis 14 Jahre) an 96 von 547 Schulstandorten ganztätig betreut. Das bedeutet, die Schüler essen in der Schule und machen am Nachmittag die Hausübung. Bis 16 Uhr gibt es - je nach Standort - auch Freizeitprogramm. Die Nachmittagsbetreuung kostet durchschnittlich 50 Euro pro Woche, ebenfalls abhängig vom Standort, heißt es aus der zuständigen Abteilung des Landesschulrats. Die Betreuung kann auch nur tageweise gebucht werden, dann gilt sie allerdings ein_Semester lang. Im kommenden Jahr sollen weitere 38 Standorte dazukommen, die ganztägig geführt werden. Bis Frühjahr 2013 prüfen Experten auch die Möglichkeit einer gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen. (ver)


VORARLBERG

Elf der 270 Vorarlberger Pflichtschulen - fünf Volks- und sechs Mittelschulen - bieten ganztägig verschränkten Unterricht an. Das sind 35 von 1740 Klassen. Die Nachmittagsbetreuung organisiert jede Schule selbst, die Preise sind unterschiedlich. Für die Freizeitstunde bezahlen Eltern zwischen 50 Cent und einen Euro, das Mittagessen kosten von 3,60 Euro bis 4,70 Euro. 2013 sind im Landesbudget 4,5 Millionen Euro, 25 Prozent mehr als im Vorjahr, für den Ausbau der Ganztagsbetreuung vorgesehen. Eine Verlängerung der 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern über den Ausbau will Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) als Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz im ersten Halbjahr 2013 erreichen. Sein Ziel: Ganztagsschulen auch auf dem Land. (jub)


WIEN

In Wien besuchen von den 138.000 Schülern in den Pflichtschulen (inklusive AHS-Unterstufe) knapp 24.500 eine ganztätige Schulform. Weitere 21.980 werden nach der Schule in Horten oder Lernklubs betreut. In der Bundeshauptstadt gibt es derzeit 36 Ganztagsvolksschulen und vier Ganztagshauptschulen mit verschränktem Unterricht, bei dem sich Unterricht und Freizeit über den Tag verteilt abwechseln. Darüber hinaus gibt es 37 sogenannte offene Volksschulen und 39 offene Hauptschulen/Neue Mittelschulen, wo nach dem Unterricht in der Schule Betreuung angeboten wird. Bei diesem Modell wurde die Nachmittagsbetreuung an einen Verein ausgelagert. Die Betreuung kostet 5,30 pro Tag, das Essen zwischen 3,10 und 4,90 Euro. (fern, alle Texte: DER STANDARD, 5.12.2012)

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