Syrischer Außenamtssprecher auf dem Weg in die USA

5. Dezember 2012, 11:15
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Makdisi war zunächst untergetaucht und nicht mehr zu erreichen

Damaskus/London - Der Sprecher des syrischen Außenministeriums Jihad Makdissi soll sich laut Medienerichten am Dienstag über Beirut nach London abgesetzt haben. Mittlerweile häufen sich allerdings Hinweise, dass er eigentlich auf dem Weg in die USA sei, wie der Guardian berichtet.

Makdissi, er gehört der christlichen Minderheit in Syrien an und hat vor dem Bürgerkrieg in der syrischen Botschaft in London gearbeitet, sei laut offiziellen britischen Angaben gar nie in Großbritannien gewesen. In den USA wollte man einen eventuellen Aufenthalt Makdissis nicht kommentieren. Makdissis Bruder Sami kündigte auf seiner Facebook-Seite an, dass es "demnächst" eine Stellungnahme zum Aufenthaltsort seines Bruders geben würde.

Spekuliert wurde auch, ob der Schritt in einem Zusammenhang mit Äußerungen aus dem syrischen Außenministerium stehen könnte, wonach Damaskus niemals Chemiewaffen gegen das eigene Volk einsetzen werde. Nach Angaben eines iranischen Fernsehsenders war ein Sprecher des Außenministeriums nach der nicht abgesprochenen Chemiewaffen-Erklärung entlassen worden.

Oppositionelle gehen davon aus, dass Makdissi, der als loyaler Mitarbeiter des Regimes gilt, "das sinkende Schiff" verlassen habe. Ausama Monajed vom oppositionellen Syrischen Nationalrat mit Sitz in Istanbul sprach von einem "weiteren schweren Schlag für das Regime, ähnlich der Desertion von Premierminister Riyad Hijab." Als "Sprachrohr der Regierung" sei Makdissi immer der gewesen, der die Verbrechen der Regierung legitimiert habe. Sein Abgang würde das Ende des Regimes einläuten. Das Außenministerium spielt allerdings in dem vom Sicherheitsapparat dominierten System keine bedeutende Rolle keine bedeutende Rolle. (red, APA, 5.12.2012)

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