Justiz führt Razzia bei Meinl Bank durch

29. November 2012, 19:44
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Verdacht des Betrugs und der Untreue. Meinl-Chef Weinzierl wittert den Versuch der Staatsanwaltschaft, "die Bank kaputt zu machen"

Wien - Die Justiz hat am Donnerstag eine Razzia bei der Meinl Bank im 1. Wiener Gemeindebezirk durchgeführt. 30 Beamte sollen beteiligt gewesen sein, die Bank gab sich empört. Auslöser der Hausdurchsuchung soll der Verdacht des Betrugs und der Untreue sein, berichtet die "Presse".

Die Justiz ermittelt sei nunmehr vier Jahren gegen mehrere Vorstände des Bankhauses, es geht um den Vorwurf der Täuschung von Aktionären.

Zweite Hausdurchsuchung

2009 war es bereits zu einer Hausdurchsuchung gekommen. Wenige Monate später wurde Julius Meinl in U-Haft genommen. Er kam nach einem Tag frei - nach Hinterlegung einer Kaution in Höhe von 100 Millionen Euro. Die Justiz sieht die Fluchtgefahr weiterhin als gegeben an, Meinl hat seine Millionen immer noch nicht zurückerhalten.

Laut "Presse" begehrten 30 Beamte des Landeskriminalamtes Niederösterreich Eingang in das Palais der Bank. Die Staatsanwälte Markus Fussenegger und Bernhard Löw wären, wie ebenso Gutachter Martin Geyer, dabei gewesen.

Banker empört

Meinl-Bank-Vorstand Peter Weinzierl bezeichnete die Hausdurchsuchung im Gespräch mit der "Presse" als "unfassbar". "Es ist unfassbar, dass in einem Rechtsstaat so etwas möglich ist. (...) Es ist mir unbegreiflich, wonach jetzt wieder gesucht wird", sagte er. Er wittert den Versuch der Staatsanwaltschaft Wien, "die Bank kaputt zu machen". Gerade erst habe sich das Geschäft der Bank "schön langsam erholt", da sei eine neuerliche Hausdurchsuchung "natürlich nicht förderlich". Sie sei offenbar eine "Inszenierung, weil es über die Jahre nicht gelungen ist, uns etwas anzuhängen".

Die Meinl Bank kostet das alles Geld. Vor wenigen Tagen ließ das Kreditinstitut wissen, dass sie die Causa bis dato 60 Millionen Euro gekostet habe. Etwas weniger als die Hälfte davon wurde für Vergleiche mit Anlegern aufgebarcht, der Rest für Anwälte und Krisen-PR ausgegeben.

Hart in der Sache

Das Finanzinstitut liefert sich über Medien und Gerichte seit Jahren einen Schlagabtausch mit der Justiz. Etwa um angeblich gefälschte Beweismittel, die sich in den staatsanwaltschaftlichen Unterlagen befinden sollen. Das Landesgericht für Strafsachen hat jüngst in einem Beschluss befunden, dass die Anklagebehörde Julius Meinls Recht auf Akteneinsicht verletzt habe.

Die Razzia wurde am Abend beendet. Es wurden dem Bericht zufolge unzählige Kartons mitgenommen. (APA, derStandard.at, 29.11.2012)

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    Die Justiz ermittelt sei nunmehr vier Jahren gegen mehrere Vorstände des Bankhauses.

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    Bankchef Peter Weinzierl wittert den Versuch der Staatsanwaltschaft, "die Bank kaputt zu machen".

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