Misswirtschaft bei Vorarlberger Landesfirma bestätigt

28. November 2012, 18:06
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Das Vier-Augen-Prinzip galt nicht, Doppelstrukturen führten zu Mehrkosten, Kompetenzen wurden überschritten

Bregenz - Die Causa Sportservice Vorarlberg GmbH war am Mittwoch zum zweiten Mal Thema im Kontrollausschuss des Landtags. Wirtschaftsprüfer der KPMG legten ihren Bericht über die Landesfirma vor und bestätigten Missstände im Unternehmen, das die Umsetzung des Landessportkonzepts sowie die Verwaltung und Betreuung von Sportstätten zur Aufgaben hat.

"Die übliche Geschäftsgebarung hinsichtlich Zweckmäßigkeit, Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit wurde nicht eingehalten", heißt es im Bericht. Das Vier-Augen-Prinzip galt nicht, Doppelstrukturen führten zu Mehrkosten, Kompetenzen wurden überschritten. So fällten Bereichsleiter Entscheidungen statt des Geschäftsführers. Die Existenz einer Schwarzgeldkasse wurde ebenso bestätigt wie Schwarzbeschäftigung.

Bereichsleiter Martin Keßler (früherer Ruder-Nationaltrainer) leistete unbefugt Unterschriften. Auch Aufsichtsratsvorsitzender Siegi Stemer (VP), als Landesrat wegen der Affäre zurückgetreten, unterschrieb. Und zwar einen Sponsoringvertrag mit den Vorarlberger Kraftwerken über 80.000 Euro. Stemer hatte zum Unternehmen gute Kontakte, saß er doch im Aufsichtsrat des Sponsors. Angefordert wurde das Geld der VKW vom Sportreferat der Landesregierung (Stemers Referat) und vom Sportservice. Verwendet wurde es für Personalkosten und "strukturelle Maßnahmen".

Sportlandesrätin Bernadette Mennel (VP) kündigte einen Neustart und rasche Umsetzung der Empfehlungen der Prüfer an. (jub/DER STANDARD, 29.11.2012)

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