Straßenschlacht zwischen Arbeitern und Polizei in Bangladesch

28. November 2012, 19:37
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Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke ein - Verdacht gegen festgenommene Manager - Erneut Verletzte bei Brand am Mittwoch

Dhaka - In Bangladesch reißen die gewaltsamen Proteste von Textilarbeitern nach einer Brandkatastrophe mit mehr als 100 Toten nicht ab. Tausende aufgebrachte Arbeiter gingen am Mittwoch in einem Industriebezirk vor den Toren der Hauptstadt Dhaka erneut auf die Straßen und blockierten den Verkehr. Sie forderten mehr Sicherheit in den Fertigungsstätten und eine Bestrafung der Verantwortlichen.

Die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke ein. Augenzeugen berichteten von mindestens 20 Verletzten. Die Behörden schlossen die meisten der 300 Textilfabriken des Bezirks. Die Unruhen dauerten den dritten Tage in Folge an.

Drei Manager festgenommen

Die Polizei nahm drei Betriebsleiter der von dem Brand betroffenen Firma Tazreen Fashions fest, die für die Werksicherheit verantwortlich waren, und führte sie vor den Kameras der TV-Sender ab. Ein Untersuchungsbericht der örtlichen Polizei kommt zu dem Ergebnis, dass die Männer die Tore abschlossen, als das Feuer ausbrach. Auch Zeugen hatten lokalen Medien berichtet, Notausgänge seien auf mehreren Etagen abgeschlossen worden und Feuerlöscher hätten nicht funktioniert.

Brandstiftung als Ursache für Feuer mit 111 Toten

Die Regierung spricht von Brandstiftung und verweist auf zwei Brände in anderen Fabriken am Montag und Dienstag. Ein Mann und eine Frau, die TV-Bildern zufolge Feuer legten, wurden nach Polizeiangaben festgenommen.

In der Kritik stehen auch westliche Firmen, die in Bangladesch fertigen lassen. Das Land ist nach China der zweitgrößte Textilproduzent der Welt. Die dortigen Fabriken sind für ihre Sicherheitsmängel und schlechten Arbeitsbedingungen berüchtigt. Manche Arbeiter verdienen umgerechnet keine 30 Euro im Monat.

Tazreen Fashions beliefert unter anderem die Textilkette C&A. Im Fokus sind auch die US-Einzelhändler Sears und Wal-Mart. Sears gab an, in der Katastrophen-Fabrik sollten eigentlich keine eigenen Marken produziert werden. Das Unternehmen prüfe aber Berichte, denen zufolge Sears-Kleidung in den verkohlten Trümmern gefunden wurden. Wal-Mart teilte mit, ein Zulieferer habe ohne Genehmigung in der Fabrik fertigen lassen. Die Kooperation sei beendet worden.

Erneut Brand am Mittwoch

Mindestens 50 Menschen sind unterdessen in einer anderen Textilfabrik in Bangladesch verletzt worden, als sie nach dem Ausbruch eines Feuers in Panik gerieten. Die Arbeiter der Fabrik Section Seven Limited in der Hafenstadt Chittagong hätten am Mittwoch fluchtartig das Gebäude verlassen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Bei dem Gedränge seien mehrere Dutzend Menschen verletzt worden. Brandursache war offenbar ein Kurzschluss. (APA, 28.11.2012)

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    Tausende Arbeiter gingen den dritten Tag in Folge für mehr Sicherheit in den Fabriken auf die Straße.

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    Überwachungsaufnahmen sollen eine Mitarbeiterin bei der Brandlegung in Ashulia zeigen.

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