Schlierenzauer vor Fannemel, Morgenstern

25. November 2012, 15:08
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Zweiter Durchgang mit Computer-Chaos - Morgi führt in Gesamtwertung

Lillehammer - Dreifach schön war der letzte Bewerb des Weltcup-Auftakts in Lillehammer für die ÖSV-Skispringer. Gregor Schlierenzauer feierte von der Großschanze mit nur einem Zehntelpunkt Vorsprung den 41. Erfolg seiner Karriere und verhalf damit Cheftrainer Alexander Pointner zu dessen 100. Sieg im Weltcup. Thomas Morgenstern, der am Vortag Zweiter gewesen war, übernahm dank des dritten Platzes hinter dem Norweger Anders Fannemel das Gelbe Trikot.

Schlierenzauer wirkte nach dem Sieg gelöst. Nach kleineren Problemen von der Normalschanze (Rang acht am Samstag) hatte er viel analysiert. "Ich bin froh, dass kleine Veränderungen in der Anfahrtshocke so viel bewirkt haben", erklärte der Weltmeister. "Das stimmt mich sehr zuversichtlich."

Nykänen im Visier

Dem 22-Jährigen fehlen nun nur noch fünf Erfolge auf den Spitzenreiter der "ewigen" Bestenliste, den Finnen Matti Nykänen. "Das war ein Schritt mehr, es riecht schon nach Nykänen", scherzte der Stubaier, der nur minimalen Vorsprung auf den 21-jährigen Stöckl-Schützling Fannemel aufwies. Die exakten Ergebnisse standen wegen technischer Probleme erst lange nach Ende des spannenden Bewerbs fest.

Dem Tourneesieger gelang erstmals im ersten Großschanzenbewerb einer Saison ein Sieg. Und das ausgerechnet in der Olympiastadt von 1994, wo er fast genau sechs Jahre zuvor seinen Premierenerfolg gefeiert hatte. "Ich bin überglücklich, denn in den letzten Jahren war es in Lillehammer nicht das Gelbe vom Ei."

Gänsehaut und die Anzüge

Zu den Erfolgen Pointners steuerte Schlierenzauer alleine und mit dem Team rund die Hälfte bei. "Der 100. Jubiläumssieg, das ist gewaltig", sagte er. Pointner meinte, er habe Gänsehaut verspürt nach seinem 100. Sieg. "Das ist unbeschreiblich, ich möchte mich beim Team bedanken. Das ist ein Privileg, wenn man so ein Team hinter sich hat, ich fühle mich sauwohl."

Wichtig für Schlierenzauer war auch, dass er mit dem neuen Anzug-Reglement gewonnen hatte, das er anfangs kritisiert hatte. Er sehe das wie bei Ted Ligety, der wegen der neuen Ski bei den Alpinen auch kritisiert und dann die Gegner dennoch hinter sich gelassen hatte. "Ich habe die Kritiker zum Verstummen gebracht, die gesagt haben, ich mache das nur, weil mir die Regel nicht passt."

Morgenstern in Gelb

Morgenstern, der Weltcupsieger von 2010/11, stand als einziger Athlet am Wochenende zweimal auf dem Podest. "Ich hätte nie gedacht, dass ich auf diese Art und Weise vorne mitmische. Das Gelbe Trikot fühlt sich gut an", sagte der Kärntner, der im Dezember erstmals Vater wird. Seine Sprünge seien noch nicht perfekt. "Es fehlen noch Kleinigkeiten, so muss ich dem Gregor gratulieren zu einem sensationellen Wettkampf." In der Gesamtwertung führt er acht Punkte vor Schlierenzauer.

Ein starkes Comeback nach einjähriger Auszeit gelang dem Norweger Anders Jacobsen. Der Ex-Tourneesieger erreichte zwei vierte Plätze, am Sonntag klassierte er sich unmittelbar vor dem Pokalverteidiger Anders Bardal. Für Janne Happonen könnte hingegen die Saison schon vorbei sein, der Finne war in der Qualifikation gestürzt und mit Verdacht auf seinen dritten Kreuzbandriss abtransportiert worden. (APA, 25.11.2012)

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    Schlierenzauer auf dem Weg zum 41. Erfolg seiner Karriere.

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