Abgang von Windows-Chef: Streit bei Microsoft um Tablets

21. November 2012, 11:38
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Der Kündigung sollen längere Probleme mit Sinofsky vorangegangen sein

Dass Windows-Chef Steven Sinofsky Microsoft verlassen hat, weil es interne Probleme gab, hat Microsoft nie abgestritten. Die genauen Gründe für seinen Abgang sind aber nach wie vor nicht ganz klar. Außer Frage steht, dass zahlreiche Quellen von Streit sprechen, der zwischen Sinofsky und anderen Abteilungen ausgebrochen war. Beklagt wurde vor allem Sinofskys Widerwillen sich als Teamplayer zu zeigen.

Zukunftsträchtige Entscheidung

Wie ExtremeTech schreibt, könnte sich Sinofskys Abgang allerdings als zukunftsträchtige Entscheidung herauskristallisieren, wenngleich auch der Ersatz einer Führungsposition in so großen Unternehmen eine Schwierigkeit darstellt. Dass die Entscheidung nicht ganz einfach war, zeigt sich vor allem am unpassenden Zeitpunkt: Nur zwei Wochen nach dem Launch von Windows 8 geht Sinofsky als Windows-Chef und hinterlässt bei Analysten als auch Microsoft-Beobachtern zahlreiche Fragezeichen.

Öl ins Feuer

Ein Zeichen, das von Außenstehenden nicht sonderlich gut aufgenommen wurde: Das Fehlen von Hintergrund-Informationen und der Drang Microsofts, die Kündigung wie einen lang geplanten Übergang aussehen zu lassen, lassen die Spekulationen weitergehen. Auch die in den Medien aufgetauchten Insider-Berichte, denen zufolge Sinofsky als "arroganter und schwieriger Mensch" bezeichnet wurde und ihn als "toxisch" für das Arbeitsklima darstellten, haben Öl ins Feuer gegossen. 

Sinofsky als Innovations-Bremse

Quellen, die aus Microsoft-Kreisen stammen, berichten nun an ExtremeTech, dass die Entscheidung hauptsächlich von Steve Ballmer im Alleingang getroffen wurde und Sinofsky als auch sein Team von der Maßnahme überrascht worden sind. Vermutet wird vor allem, dass Ballmer Sinofsky gehen ließ, weil dieser sich bereits bei Windows 7 geweigert habe, eine Tablet-Unterstützung für das Betriebssystem zu integrieren, was Microsoft eventuell einen kleinen Vorsprung auf dem Tablet-Markt gebracht hätte. Ballmer habe es gereicht.

Vergiftete Stimmung

Auch die Stilllegung des Courier Tablets soll alleine von Sinofsky ausgegangen sein. Das Wall Street Journal schreibt, dass Sinofsky auch der entscheidende Faktor für die Besetzung von Stephen Elop als Nokia-Chef gewesen sein soll. Besonders seit dem "Windows-7-Dilemma" mit Sinofsky soll die Stimmung zwischen ihm und Ballmer vergiftet gewesen sein. Mit den neuen Windows-Chefinnen, vor allem mit Julie Larson-Green, die auch massiv an der Entwicklung des Windows 8 User Interfaces beteiligt war, soll sich das jetzt ändern. Interne Quellen sehen die neue Besetzung als positiv an. (red, derStandard.at, 21.11.2012)

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    Der ehemalige Windows-Chef Sinofsky soll "toxisch" für das Arbeitsklima gewesen sein

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