Datenbank von in Auschwitz getöteten Häftlingen im Internet

19. Dezember 2003, 19:51
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Nach jahrelanger Arbeit in den Archiven

Oswiecim/Warschau - Das Museum der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau in Polen macht die Namen von rund 69.000 im Konzentrationslager Auschwitz getöteten Häftlingen im Internet zugänglich. Die Datenbank mit den Inhalten der so genannten Totenbücher ist allerdings bisher nur in der polnischen Version der Internet-Seite der Gedenkstätte zugänglich.

Über eine Suchfunktion können Namen, Geburts- und Wohnort von Häftlingen eingegeben werden. Vorangegangen war jahrelange Arbeit in den Archiven, berichtete Museumssprecher Jaroslaw Mensfelt am Donnerstag. Die in insgesamt 46 Bänden aufgeführten Häftlinge der "politischen Abteilung" sind zwischen Juli 1941 und Dezember 1943 ums Leben gekommen.

Registrierte Häftlinge verzeichnet

In den Totenbüchern sind nur die registrierten Häftlinge verzeichnet. Die Mehrzahl der mindestens 1,1 Millionen in Auschwitz-Birkenau ermordeten Häftlinge, die nach ihrer Ankunft in Gaskammern ermordet wurden, sind in den Museumsarchiven nicht namentlich aufgeführt. Die meisten der Opfer waren Juden aus Polen und den von Deutschland besetzten Staaten Europas.

Das Museum will nach Auswertung der Daten auch andere Archivunterlagen ins Internet stellen, unter anderem die so genannten Zigeunerbücher, die Totenbücher der sowjetischen Kriegsgefangenen und die so genannten Bunkerbücher mit der Auflistung der Häftlinge im Todesblock. Viele Dokumente des Lagerarchivs wurden jedoch in der Endphase des Zweiten Weltkrieges vernichtet, als die Deutschen vor ihrem Rückzug zahlreiche Lagerdokumente zerstörten. (APA/dpa)

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Datenbank im Internet
(auf polnisch)
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