Grazer SPÖ-Chefin Schröck übt Kritik an Bundespartei

16. November 2012, 11:50
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Spitzenkandidatin: "Keine sozialdemokratischen Werte mehr erkennbar"

Graz - Die wahlkämpfende Grazer SPÖ-Vorsitzende Martina Schröck, die vor einem Jahr die schwer ramponierte Stadtpartei übernommen hat und sie nun aus dem historischen Tief von unter 20 Prozent führen soll, lässt durch kritische Töne in Richtung Bundespartei und Bundesregierung aufhorchen. Rot-Schwarz lasse keine Stoßrichtung erkennen, die eigene Partei zu wenig Themen und keine sozialdemokratischen Werte.

Wie Schröck in einem Interview mit der "Presse" (Freitag-Ausgabe) sagte, transportiere die Bundesebene zu wenig Themen, "es sind keine sozialdemokratischen Werte mehr erkennbar." Der U-Ausschuss sei nur ein kleiner Teil davon: Die Leute verstünden nicht, wieso Bundeskanzler Werner Faymann nicht hingegangen ist. Sie wolle die Kritik nicht am Vorsitzenden festmachen, hatte sie schon davor andernorts Unmut über den Umgang mit der Inseraten-Affäre geäußert. Gegenüber der "Kleinen Zeitung" hatte sie gesagt: "Es geht um die gesamte Bundespartei. Sie muss dringend nachdenken und Reformen machen. Sonst werden wir bei der nächsten Wahl so etwas von einer 'Watsch'n kriegen'."

Bei der Bundesheer-Volksbefragung im Jänner werde sie, Schröck, zwar aus Gründen der Geschlechtergerechtigkeit für ein Berufsheer stimmen, glaube aber nicht, dass sich die SPÖ-Linie durchsetzen wird. (APA, 16.11.2012)

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