Israelische Armee trifft mobile Artillerie in Syrien

12. November 2012, 15:37
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"Direkte Treffer" auf Abschussstelle einer abgefeuerten Granate

Jerusalem/Damaskus - Nach dem Einschlag einer aus Syrien kommenden Granate auf den Golan-Höhen hat die israelische Armee in das Nachbarland zurückgeschossen und dabei ein Ziel getroffen. Es habe "direkte Treffer" auf die Abschussstelle der Granate gegeben, teilte die israelische Armee am Montag mit.

Die israelische Armee habe bei ihrem Gegenschlag "mobile Artillerie" getroffen, hieß es am Montag aus israelischen Sicherheitskreisen. Ob dies Ziele der Rebellen oder des syrischen Regimes betroffen habe, wurde nicht bekannt. Die von syrischer Seite abgefeuerte Granate habe auf den Golan-Höhen keinen Schaden angerichtet.

Erst am Sonntag hatte eine aus Syrien abgeschossene Granate einen israelischen Militärposten auf den Golan-Höhen getroffen, auch dabei wurde niemand verletzt. Die israelische Armee feuerte daraufhin aber mehrere Warnschüsse ab - es handelte sich um die ersten Schüsse in Richtung syrischer Streitkräfte seit dem Jom-Kippur-Krieg von 1973. Regierungschef Benjamin Netanyahu warnte daraufhin, Israel beobachte sehr genau die Ereignisse an seiner Grenze zu Syrien und sei auf alle Eventualitäten eingestellt.

Ban besorgt

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon äußerte sich nach dem Vorfall am Sonntag "zutiefst besorgt wegen des Potenzials einer Eskalation", wie ein Sprecher sagte. Ban forderte demnach alle Seiten "zur größtmöglichen Zurückhaltung" auf.

In den vergangenen Tagen waren von syrischem Gebiet aus mehrere Granaten auf die von Israel besetzten Golan-Höhen abgefeuert worden. Offenbar handelte sich bei den Schüssen um Querschläger der Auseinandersetzungen zwischen den Konfliktparteien in Syrien.

Syrien fordert grundsätzlich das von Israel besetzte und 1981 annektierte Gebiet zurück. Die UNO erkennt die Annexion nicht an. Israel und Syrien befinden sich offiziell weiterhin im Kriegszustand. Seit einem Abkommen der beiden Nachbarländer von 1974 patrouillieren etwa 1.200 unbewaffnete UN-Blauhelmsoldaten in dem Gebiet. Gegenwärtig sind rund 375 von ihnen Österreicher. (APA, 12.11.2012)

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