Europas Leitbörsen schließen im Minus

9. November 2012, 18:15
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Konjunktur- und Schuldensorgen belasten

Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen haben am Freitag den Handel mit uneinheitlicher Tendenz beendet. Die Kursbewegungen fielen insgesamt moderat aus. Belastet von schwachen Industriedaten aus Frankreich und Italien notierten die europäischen Börsen über weite Strecken in der Verlustzone. Erst mit der freundlichen Eröffnung der US-Börsen drehte sich die Marktstimmung, hieß es aus dem Handel. Der Euro-Stoxx-50 legte schließlich um minimale 0,69 Einheiten oder 0,03 Prozent auf 2.479,82 Zähler zu.

Der Handelstag begann mit schwachen Industrieproduktionsdaten aus Frankreich und Italien. Diese verstärkten den seit der US-Wahl zu spürenden Verkaufsdruck, hieß es. Dazu kamen anhaltende Sorgen über die Euro-Schuldenkrise und die sogenannten "Fiscal Cliff" in den USA. Erst nachdem das über den Erwartungen ausgefallene Verbrauchervertrauen der Universität Michigan für November die Wall Street in die Gewinnzone gezogen hatte, konnten auch die europäischen Indizes ihre Verluste verringern und einige kletterten sogar in Plus.

Von Unternehmensseite rückte der Versicherungssektor mit den jüngsten Quartalsberichten von Gererali und Allianz in den Fokus. Beide Branchengrößen lieferten zwar solide Zahlen, konnten die Anleger im heutigen schwachen Börsenumfeld aber dennoch nicht überzeugen, was den Papieren Verluste einbrachte. Die gesamte Branchentendenz wurde vor diesem Hintergrund belastet, hieß es.

Versicherer stark

Der italienische Versicherer Generali steigerte seinen Nettogewinn in den ersten drei Quartalen 2012 um 37,3 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro gegenüber dem Vergleichszeitraum 2011. Das operative Ergebnis wuchs um 9,4 Prozent auf 3,292 Mrd. Euro. Die Aktie sank dennoch nach einem freundlichen Start um 1,21 Prozent auf 12,25 Euro.

Starke Zuwächse in der Vermögensverwaltung sowie der Lebens- und Krankenversicherung haben indessen die Allianz im dritten Quartal 2012 angetrieben. Von Börsianern hieß es aber, die endgültigen Ergebnisse entsprächen den bereits veröffentlichten Eckdaten. Sie enthielten keine Überraschungen und daher auch keine Kurstreiber. Die Allianz-Aktien schlossen mit einem Minus von 0,78 Prozent bei 93,40 Euro.

In einem sehr schwachen Bankensektor ging es für die Titel der drittgrößten französischen Bank Credit Agricole deutlich nach unten, die nach tiefroten Drittquartalszahlen um 5,85 Prozent auf 5,57 Euro absackten. Das Geldinstitut schrieb wegen des Verkaufs ihrer griechischen Tochter Emporiki und anderer Sonderbelastungen einen Verlust von 2,85 Mrd. Euro. Das ist rund eine Milliarde Euro mehr als von Experten erwartet.

Die Anleger honorierten hingegen die starken Zahlen von Telecom Italia, die in Mailand um 3,68 Prozent auf 0,69 Euro zulegten. Der Konzern hat nach einem überraschend gut gelaufenen dritten Quartal seine Jahresprognose bestätigt. Trotz der Rückgänge bei Umsatz und Gewinn lagen die Italiener im Sommerquartal über den Erwartungen des Marktes. (APA, 9.11.2012)

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