Hypo: Ditz will Kapital wie "einen Schatz hüten" lassen

5. November 2012, 17:41
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Wien - Der Aufsichtsratspräsident der Hypo Alpe Adria, Johannes Ditz, hat lang mit der Aufsichtsbehörde gehadert, weil sie den Kapitalbedarf der verstaatlichten Bank mit 1,5 Mrd. Euro taxiert hat. Nun hat er sich damit abgefunden und weist den Vorstand unter Gottwald Kranebitter sozusagen an, das frische Kapital "wie einen Schatz zu hüten". 500 Mio. Euro werden in bar fließen, eine Milliarde wird sich die Bank ab November vom Markt holen, für diese Anleihen haftet der Staat. "Der Vorstand darf diese Barreserve nicht antasten, sie ist nur für allerschwierigste Zeiten", erklärt Ditz. Mit den 1,5 Mrd. Euro werde man die Kapitalvorgabe (12,04 Prozent) erfüllen, und "mit diesem Puffer haben wir keine Sorgen für 2013".

Die jüngste Irritation mit dem Eigentümer (die Banker bewerten den Risikopolster nur noch mit rund 100 statt 400 Mio. Euro) sei ausgeräumt; diese Zahlen spiegeln laut Ditz nur den "absoluten Stressfall" wider. Die Bank werde bis Ende 2013 Risiko abbauen: Stichwort Verkauf der Österreich-Bank und der Töchter in Südosteuropa. Diese Verkaufspläne gibt es schon lang, allein es fehlt an Käufern. Dem Vernehmen nach geben die Banker nun bei ihren Preisvorstellungen nach, sie werden die Beteiligungen nolens volens auch mit Verlust losschlagen. Das wiederum könnte sich aufs Jahresergebnis auswirken: Dass die angepeilte Nulllinie erreicht wird, ist daher ungewiss. (Renate Graber, DER STANDARD, 6.11.2012)

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