Pornosites stehlen Facebook-Fotos Jugendlicher

29. Oktober 2012, 13:22
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Studie: 88 Prozent expliziter Fotos junger Mädchen und Burschen missbräuchlich weiterverbreitet

Datenschützer warnen davor, dass Facebook-Profile zunehmend von pornografischen Websites auf der Suche nach anzüglichen Fotos abgegrast werden. Laut einem Bericht des Guardian würden zahlreiche parasitäre Seiten nur für diesen Zweck aus dem Boden gestampft. Die Angebote seien Auswüchse des beunruhigenden Trends des "Sexting", bei dem vor allem Jugendliche sexuell explizite Fotos und Nachrichten verschicken.

88 Prozent weiterverbreitet

Datenschützer der Internet Watch Foundation (IWF) haben dafür 47 Stunden lang über einen Monat verteilt über 12.000 Fotos und Videos von 68 verschiedenen Websites, darunter auch Social Networks, gescannt und deren Inhalte analysiert. Knapp 10.800 Bilder seien auf parasitären Seiten weiterverbreitet worden, das entspricht 88 Prozent. Da die Betreiber solcher Angebote kaum auszuforschen sind, seien rechtliche Schritte dagegen so gut wie unmöglich.

Kaum Kontrolle über Online-Inhalte

Sarah Smith vom IWF warnt vor der Entwicklung, dass hochgeladene Bilder quasi öffentliches Eigentum seien und Nutzer die Kontrolle abgeben würden. So bestehe die Gefahr, dass anzügliche Fotos noch Jahre später im Web kursieren. Mitunter auch, wenn die Jugendlichen selbst die Fotos gar nicht online gestellt haben. Über gestohlene Smartphones oder durch andere Nutzer könnten sie dennoch ins Netz gelangen. Beispiele dafür gebe es laut IWF mehrere.

Gefahr durch Mobbing

Zur Gefahr, dass derartige Bilder auf pornografischen Seiten missbräuchlich verwendet werden, kommt noch die Bedrohung durch Mobbing und Erpressung mit solchen Aufnahmen. Im Fall der 15-Jährigen Amanda Todd, die sich Oben-ohne in einem Chat gezeigt hatte, führte das bis zum Tod des Mädchens. (red, derStandard.at, 29.10.2012)

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    Datenschützer warnen vor "Sexting"-Trend und Missbrauch durch Pornoseiten.

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