Burma: Tausende fliehen nach ethnischen Unruhen

28. Oktober 2012, 09:22
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Bei Gefechten in vergangenen Tagen mehr als 4.500 Häuser zerstört

Rangun/Genf - Die neuen ethnischen Unruhen der vergangenen Tage haben in Burma (Myanmar) nach UNO-Angaben mehr als 22.500 Menschen zur Flucht veranlasst. Dies sagte der Vertreter der Vereinten Nationen in dem Land, Ashok Nigam, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Er berief sich dabei auf Angaben der burmesischen Regierung. Demnach wurden im von der Gewalt betroffenen westlichen Teilstaat Rakhine in der zurückliegenden Woche mehr als 4.500 Häuser zerstört.

Gefechte zwischen Muslimen und Buddhisten

Bei Gefechten zwischen Buddhisten und Muslimen waren in Rakhine nach jüngsten Angaben aus Kreisen der burmesischen Regierung in den vergangenen Tagen mehr als 80 Menschen getötet worden. Tausende Flüchtlinge, überwiegend Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya, strömten zu ohnehin völlig überfüllten Lagern.

Die Lage in Rakhine hatte sich nach Zusammenstößen im Juni, die bereits 75.000 Menschen in die Flucht trieben, zunächst wieder beruhigt. Doch vor einer Woche flammte die Gewalt erneut auf. Seit Juni wurden amtlichen Angaben zufolge mehr als 150 Menschen beider Religionsgruppen getötet, die tatsächliche Zahl dürfte aber höher liegen.

Die Bevölkerung in Burma ist zu 89 Prozent buddhistisch. Rund vier Prozent der Bevölkerung sind muslimischen Glaubens. Die etwa 800.000 Muslime in Rakhine gehören den Rohingya an. Sie sind staatenlos und in ihren Rechten erheblich eingeschränkt. Die UNO sieht die Rohingya als eine der am stärksten verfolgten Minderheiten der Welt an. (APA, 28.10.2012)

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