Wahlkämpfer kratzen an der Milliardenmarke

27. Oktober 2012, 09:00
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Obama hat bisher 988 Millionen Dollar eingenommen, Romney 919 Millionen

Tampa - Eines ist schon vor dem Wahltag am 6. November sicher: Dieser Wahlkampf übertrifft alles bisher Dagewesene - vor allem in finanzieller Hinsicht. Barack Obama und Mitt Romney führen derzeit die teuerste Auseinandersetzung in der US-Geschichte. Bis zuletzt werden die Kosten die Zwei-Milliarden-Dollar-Grenze deutlich überschreiten.

Mit Stichtag 17. Oktober hat der Präsident in diesem Wahlzyklus 988 Millionen Dollar an Spenden eingenommen. Romney kam auf 919 Millionen Dollar. Allerdings: Die Republikaner (RNC) verspürten zuletzt deutlich mehr finanziellen Rückenwind als Demokraten. Durch Romneys gute Performance bei den TV-Debatten nahmen er und das RNC in der ersten Oktoberhälfte knapp 112 Mio. Dollar ein. Obama und das Democratic National Committee kamen auf nur 90 Mio. Dollar.

Auch der Saldo der Republikaner ist besser. Sie haben noch 169 Millionen in der Kasse, die Demokraten nur 124 Millionen. Viele Analysten glauben, dass Romney mit dem Geld für die letzten Tage noch einmal einen Tsunami an TV-Spots über die Wählerschaft hereinbrechen lassen wird.

Die Themenlage stellt sich indes äußerst disparat dar: Zwischen den Themen der Republikaner und der Demokraten gibt es kaum eine Schnittmenge. Die Demokraten trommeln eine umstrittene Aussage des republikanischen Senatskandidaten für Indiana, Richard Mourdock: Der Abtreibungsgegner, den Romney in einem TV-Spot unterstützt, hatte zuletzt öffentlich behauptet, dass aus Vergewaltigungen entstandene Schwangerschaften etwas seien, "was Gott gewollt" habe. Bereits im Sommer behauptete Todd Akin, ebenfalls ein republikanischer Senatskandidat, ähnliches.

Kaum gemeinsame Themen

Das versuchen die Demokraten nun an die Frauen zu bringen. Sie gehören zu den wichtigsten Unterstützerinnen Obamas. Im Wahlkampf entscheiden sie sich eher spät, gehen dafür aber ziemlich sicher wählen. Zuletzt hat Obama laut Umfragen etwas in dieser Gruppe verloren.

Die Republikaner dagegen hängen weiter den tödlichen Angriff auf das libysche US-Konsulat in Bengasi hoch. Insbesondere der rechtsdrehende TV-Sender Fox News insinuiert, das Weiße Haus habe die Öffentlichkeit in diesem Fall gezielt belogen. (pra/DER STANDARD, 27.10.2012)

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