Tansania: Camp gegen Genitalverstümmelung

18. Oktober 2012, 19:29
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Kirche schützt Mädchen in Tansania vor Beschneidung

Dodoma/Wien - Trotz gesetzlichen Vebots findet die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) vor allem in den westlichen und nordöstlichen Staaten Afrikas immer noch statt. "Dieser traditionelle und zugleich grausame und schmerzvolle Eingriff wird meist ohne Betäubung, oft mit Rasierklingen oder Glasscherben durchgeführt. Die Folge sind Infektionen, viele Mädchen sterben am Blutverlust", erklärt Regina Mukama am Donnerstag im Rahmen eines Gesprächs zum Weltmissionssonntag in Wien.

Als Frauenbeauftragte leitet sie gemeinsam mit Bischof Michael Msonganzila ein Camp zum Schutz und zur Aufklärung junger Mädchen in der Diözese Musoma, im Nordosten Tansanias. Während der kritischen Zeit - das Beschneidungsritual findet hier nur im November und Dezember statt - können sich Mädchen dort verstecken. Bevor sie wieder nach Hause zurückkehren, findet eine Abschlussfeier als alternativer Übergangsritus statt. Auf einem Zertifikat wird ihr Übergang zum Frausein auch ohne Beschneidung bestätigt.

Zusätzlich versucht man in der Diözese mit Bildung und Aufklärung gegen Genitalverstümmelung anzukämpfen. Kinder, Priester und Dorfälteste müssten über Folgen von FGM informiert werden, sagt Msonganzila. (sufe, DER STANDARD, 19.10.2012)

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