Pakistanische Kinderaktivistin in britische Klinik verlegt

15. Oktober 2012, 21:18
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Mädchen zur weiteren Behandlung in Birmingham

Birmingham/Islamabad - Die von Taliban-Kämpfern in Pakistan niedergeschossene 14-jährige Malala Yousafzai ist zur weiteren Behandlung in Großbritannien eingetroffen. Am Montagnachmittag landete ein Flugzeug mit dem Mädchen an Bord auf dem Airport in Birmingham. Ein Rettungswagen brachte Malala ins dortige Queen Elizabeth Hospital, in dem sonst verwundete britische Soldaten behandelt werden. Sie war vor ihrer Ausreise in pakistanischen Militärkrankenhäusern betreut worden, nachdem ihr am vorigen Dienstag Taliban-Kämpfer im Swat-Tal gezielt in den Kopf geschossen hatten. Der Teenager hatte sich trotz Drohungen der Extremisten seit Jahren um Bildung für Mädchen bemüht und dafür auch den pakistanischen Friedenspreis erhalten.

"Wir haben der pakistanischen Regierung unsere Hilfe angeboten, für Malala zu sorgen, weil sie besondere Spezialisten-Betreuung benötigt", sagte eine Sprecherin der Downing Street. "Die pakistanische Regierung zahlt alle Kosten für den Transport, die Einreise, die medizinische Versorgung, die Unterbringung und die Verpflegung für Malala und Malalas Begleitung", erklärte sie weiter. Das pakistanische Militär teilte unterdessen mit, dass die Schülerin nach Einschätzung der Experten wegen der "physischen und psychologischen Folgen" des Angriffs ausgedehnte Pflege benötige.

Dave Rosser, medizinischer Direktor der Klinik in Birmingham, erklärte, dass einige seiner Kollegen gerade in Pakistan gewesen seien, als Malala niedergeschossen wurde - auch aus diesem Grund beteilige sich das Krankenhaus nun. "Wir haben unglücklicherweise sehr große Erfahrung im Umgang mit solchen traumatischen Schussverletzungen", sagte Rosser. Er gehe davon aus, dass die junge Frau eher für Monate als für Wochen betreut werden müsse. "Man kann sie vom psychologischen Gesichtspunkt her als Kriegsopfer behandeln."

In der Mitteilung des Militärs hieß es, die Ärzte seien "zufrieden mit ihrem derzeitigem Zustand". Daher hätten die Mediziner geraten, sie nun in eine ausländische Einrichtung zu überweisen, die eine speziellere Behandlung sichern könne. Malala sei mit Zustimmung ihrer Familie von einem aus den Vereinigten Arabischen Emiraten stammenden Rettungsflugzeug ausgeflogen worden. Unklar blieb, ob Malala inzwischen das Bewusstsein wiedererlangt hat. (APA/Reuters, 15.10.2012)

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    Schwer verletzt: Malala Yousafzai.

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