Islamisten rufen nach Revolutionsgerichten in Ägypten

11. Oktober 2012, 16:01
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Proteste gegen Freispruch von Mubarak-Funktionären

Kairo - In Ägypten könnte schon bald eine neue Welle von Protesten anrollen. Eine Allianz von 22 islamistischen Gruppierungen forderte von Präsident Mohammed Mursi am Donnerstag die Einsetzung von "Revolutionsgerichten", um die "Mörder der Revolutionäre" zu verurteilen. Das meldete das ägyptische Nachrichtenportal "youm7".

Anlass für die Forderung der Islamisten ist der Freispruch für 24 ehemalige Funktionäre, die wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an der "Schlacht des Kamels" angeklagt worden waren. Am 2. Februar 2011 hatten Anhänger von Präsident Hosni Mubarak Männer auf Pferden und Kamelen zum Tahrir-Platz geschickt. Sie schlugen mit Messern und Knüppeln auf die Demonstranten ein, die Mubaraks Rücktritt forderten. Während der Revolution waren die Islamisten aber nur sehr begrenzt in Erscheinung getreten, hatten dann aber deren Früchte geerntet.

Auch die von den Muslimbrüdern gegründete Partei für Freiheit und Gerechtigkeit kritisierte den Richterspruch vom Mittwoch. "Alle Funktionäre, die in diesem Verfahren angeklagt waren, sind ihrer gerechten Strafe entgangen, weil die Beweise und die Erklärungen, die der Staatsanwalt präsentiert hat, schwach waren", erklärte die Partei. An diesem Freitag wollen die Muslimbrüder nach dem Freitagsgebet vor einer Moschee in Alexandria gegen den Freispruch protestieren. Auch Präsident Mursi soll dort anwesend sein. (APA, 11.10.2012)

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