Schwerer Schlag für BVB, Labbadia platzt der Kragen

8. Oktober 2012, 17:12
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Stützen Hummels, Bender und Blaszczykowski mehrere Wochen out - Stuttgart-Trainer will kein Mülleimer sein

Dortmund/Stuttgart - Borussia Dortmund muss mehrere Wochen auf die Nationalspieler Mats Hummels, Sven Bender und Jakub Blaszczykowski verzichten. Das Trio hatte seine Verletzungen im Spiel am Sonntag bei Hannover 96 (1:1) erlitten. Hummels zog sich eine schwere Mittelfußprellung am rechten Fuß zu und kann voraussichtlich zwei Wochen nicht am Training teilnehmen. Damit steht der Innenverteidiger auch der deutschen Nationalmannschaft in den WM-Qualifikationsspielen am Freitag in Irland und am nächsten Dienstag gegen Schweden nicht zur Verfügung.

Auch der Pole Blaszczykowski musste seine Reise zum Nationalteam wegen eines Teilrisses der Syndesmose sowie des Außenbandes am linken Sprunggelenk absagen. Der Mittelfeldspieler muss rund sechs Wochen pausieren. Dortmunds defensiver Mittelfeldspieler Bender zog sich eine schwere Schädel- und Augapfelprellung zu und wird rund zwei Wochen ausfallen.

Damit ist der Einsatz von Hummels und Bender auch im wichtigen dritten Gruppenspiel der Champions League am 24. Oktober im heimischen Stadion gegen Real Madrid gefährdet.

Labbadia und das übergelaufene Fass

Und auch andernorts gibt es Sorgen. VfB-Stuttgart-Trainer Labbadia platzte am Sonntag nach Pfiffen einiger Fans wegen der Auswechslung des österreichischen Youngsters Raphael Holzhauser beim 2:2 gegen Bayer Leverkusen der Kragen: "Die Zuschauer sind aufgewiegelt durch absolute Unwahrheiten. Holzhauser wäre nicht mehr beim VfB, wenn ich nicht mein Veto eingelegt hätte. Die Trainer sind nicht die Mülleimer von allen", ärgerte Labbadia, dem von verschiedener Seite mangelndes Interesse am Nachwuchs des schlecht in die Saison gestarteten VfB vorgeworfen worden war.

Er wundere sich nicht, dass es in Stuttgart "alle paar Monate" einen neuen Trainer gebe: "Als normaler Bundesliga-Trainer muss man sich die Frage stellen: Gehe ich einen schweren Weg mit? Oder sage ich: Am Arsch geleckt! Das Fass ist absolut voll."

Damit beendete Labbadia die Pressekonferenz samt Medienschelte. Sportdirektor Fredi Bobic stärkte seinem Trainer den Rücken: "Er hat ein gutes Recht, das genau so zu sagen." 

Magath wähnt sich sicher

Mit Felix Magath weiß ein weiterer unter Druck stehender Übungsleiter um die Unterstützung seines Arbeitgebers.  Er profitiert wohl auch davon, dass sein Abschied vom VfL Wolfsburg teuer und kompliziert wäre. Bei Fragen nach seinem Anteil an der Misere des Tabellenvorletzten flüchtet der 59-Jährige allerdings nur zu gerne in Durchhalteparolen. Die sportliche Lage könne sich rasch wieder ändern, meinte Magath im NDR. Das habe man jüngst beim Liga-Konkurrenten Hamburger SV gesehen, der mit der jüngsten Erfolgsserie den schwachen Saisonstart vergessen gelassen habe. "Innerhalb von 14 Tagen hat sich das gewandelt. Und so gehe ich davon aus, dass das bei uns nur eine Momentaufnahme ist."

Der Trainer-Manager geht fest davon aus, dass die Bosse bei Volkswagen weiter auf ihn setzen. Er besitzt eine große Machtfülle. Magath gehört der Geschäftsführung des Klubs an, ist dort für den Sport zuständig. "Bei VW sitzen erfahrene Manager, die nicht so schnell unruhig werden. Ich gehe davon aus, hier langfristig arbeiten zu können", sagte Magath der Frankfurter Rundschau. (sid/red, 8.10. 2012)

  • Labbadia auf der Palme.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Blaszczykowski am Boden.

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