Ladendiebstahl: Jeder fünfte Teenager ließ schon etwas mitgehen

8. Oktober 2012, 13:55
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2.911 Schüler aus Ober- und Niederösterreich befragt - Präventionsstrategien von Jugendlichen entwickelt

Linz/St. Pölten - Knapp jeder fünfte 13-bis 15-Jährige aus Ober- und Niederösterreich (18 Prozent) hat schon mindestens einmal in seinem Leben in einem Geschäft etwas mitgehen lassen. Das ist eines der am Montag veröffentlichten Ergebnisse eines Projektes, bei dem im Rahmen des Forschungsprogramms "Sparkling Science" 2.911 Schüler befragt wurden. Demnach verschwinden jährlich Waren im Wert von rund 445 Millionen Euro aus den heimischen Geschäften. Mehr als die Hälfte davon ist auf Ladendiebstähle von Kunden zurückzuführen.

Kick und Anerkennung

Sechs Prozent der befragten Schüler erklärten, im vergangenen Jahr gestohlen zu haben. Bei den Burschen waren es doppelt so viele wie bei den Mädchen. Laut der Umfrage haben Sonderschüler dreimal öfter zugegriffen als jene, die AHS oder Hauptschulen besuchen. Das Motiv ist nur zum Teil Geldmangel, eine größere Rolle spielen meist der Kick und die Anerkennung durch die Freunde: 72 Prozent der Delikte werden gemeinsam mit jugendlichen Komplizen begangen. 68 Prozent der Beute sind unter zehn Euro wert, die Anzahl der Fälle ist somit sehr groß.

Schüler der HAK Traun (Bezirk Linz-Land), der HAK Perg und des BRG Fadingerstraße in Linz haben mit Forschern der Johannes Kepler Universität (JKU) sowie der FH Linz und Steyr das Phänomen untersucht und Präventionsstrategien entwickelt: Die Ideen reichten von Handy-Apps über rollende Werbung auf Lkw bis zu einem Brettspiel zu Ladendiebstählen.

Unrechtsbewusstsein vorhanden

Professor Alois Birklbauer vom Institut für Strafrechtswissenschaften der Linzer JKU sieht in der Studie einen Beleg dafür, dass bei Teenagern das Unrechtsbewusstsein vorhanden ist. Angesichts der Überlastung der Gerichte brauche es aber neue Maßnahmen im Kampf gegen die Jugendkriminalität. Birklbauer kann sich beispielsweise "Strafmandate" der Polizei im Kombination mit einer Verständigung der Eltern vorstellen. "Diese werden der Prävention wohl besser gerecht als unser heutiges Vorgehen." (APA, 8.10.2012)

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