Marx kritisiert CSU-Hardliner

1. Oktober 2012, 18:02
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Erzbischof über Söder und Dobrindt: "Bedauernswerte Rückfälle in Populismus und nationale Egoismen"

München - Der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx hat die europapolitischen Äußerungen von Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) und CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt kritisiert. Aussagen wie an Griechenland müsse "ein Exempel statuiert werden" oder die Beschimpfung des EZB-Präsidenten Mario Draghi als "Falschmünzer" seien "bedauernswerte Rückfälle in Populismus und nationale Egoismen", schreibt Marx in der "Abendzeitung München" (Dienstag-Ausgabe), ohne die Politiker beim Namen zu nennen. Genauso kritisch äußerte sich der Kardinal, wie Kathpress berichtet, zu Fotomontagen in griechischen Zeitungen, die die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in Nazi-Uniform zeigen.

Der Kardinal erinnerte in seinem Gastbeitrag daran, dass die europäische Einigung eine beispiellose Epoche des Friedens gebracht habe. Das wirtschaftliche Zusammenwachsen sei nie ein Selbstzweck, sondern eine wichtige Voraussetzung gewesen. Marx hob hervor, dass sich die Vision eines vereinten Europas aus christlichen Wurzeln speise. Basierend auf dem christlichen Menschenbild gebe es Errungenschaften, die in anderen Teilen der Welt nicht annähernd verwirklich seien. Als Beispiele nannte er Menschenrechte, Demokratie, Religionsfreiheit, soziale Gerechtigkeit und kulturelle Vielfalt. "Haben wir all dies vergessen, wenn wir über Rettungsschirme oder Eurobonds streiten?", so Marx. (APA, 1.10.2012)

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