EU-Staaten sollen bis Jahresende Aktionspläne für AKWs machen

1. Oktober 2012, 17:14
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Kreise: Nachrüstungsbedarf bei allen Atomkraft-Nachbarn Österreichs

Brüssel - Nach Veröffentlichung der EU-Stresstests und entsprechenden Empfehlungen der EU-Kommission zur Nachrüstung für die 145 Atomkraftwerke in Europa sollen die EU-Staaten bis Jahresende konkrete Aktionspläne zur Umsetzung zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen vorlegen. Auf dieses Vorgehen haben sich Experten der europäischen Regulierungsbehörden für nukleare Sicherheit (ENSREG) bereits im Sommer geeinigt. Die nationalen Aktionspläne sollen dann wieder von europäischen Experten einer gemeinsamen Bewertung unterzogen werden.

Die Aktionspläne sollen bis Jahresende von den zuständigen Aufsichtsbehörden veröffentlicht werden, heißt es in einem Dokument der EU-Behörde. Nach Angaben von EU-Diplomaten ist davon auszugehen, dass alle Nachbarländer Österreichs im Osten und im Westen - also auch die Schweiz - weiter in die nukleare Sicherheit investieren müssen. Bei den Tests seien bisher keine systematischen Unterschiede zwischen Ost- und West-AKWs festgestellt worden. Auch könnte aus den Stresstests nicht direkt auf die Sicherheit einer bestimmten Anlage geschlossen werden. Ein konkreter Investitionsbedarf sei ohne die jeweiligen nationalen Stellen nicht abzuschätzen.

Anschlüsse für Feuerwehrschläuche

Als Konsequenz aus dem Super-Gau im japanischen Atomkraftwerk Fukushima im März 2011 könnten beispielsweise zusätzlich Anschlüsse für Feuerwehrschläuche in den Anlagen installiert werden, um zu vermeiden dass bei Löscharbeiten innerhalb des Kraftwerks das Wasser ausgeht. Dies sei eine leicht umzusetzende Maßnahme, hieß es in Ratskreisen. Andere Verbesserungen betreffen etwa die Installation von Filtern, die sicherstellen sollen, dass beim Ablassen von Druck in Druckwasser-Reaktoren keine radioaktiven Isotope in die Umwelt gelangen. Bestimmte Nachrüstungen würden fünf bis zehn Jahre dauern, da eine entsprechende Planungs- und Umsetzungsphase und behördliche Bewilligungen erforderlich seien, hieß es.

Empfehlungen

Die EU-Kommission will am Mittwoch Empfehlungen für die im Rahmen der "Stresstests" untersuchten 145 Atomkraftwerke in Europa beschließen. Rechtlich sind diese für die EU-Staaten nicht bindend. Die AKW wurden auf ihre Sicherheit hinsichtlich Naturkatastrophen, wie Erdbeben oder Überflutungen überprüft. Materialabnutzung wichtiger Teile wurden nicht untersucht. Auch die Gefahren von Terrorismus und Kriminalität werden im Rahmen der Übung nur kurz beleuchtet.

Christiane Brunner, die Umwelt- und Energiesprecherin der österreichischen Grünen, kritisierte in einer Aussendung die Maßnahme der EU-Kommission, zehn bis 25 Milliarden Euro in die Nachrüstungen von Atomkraftwerken zu investieren, wie sie von Brüssel als Reaktion auf die "Stresstests" angekündigt worden waren. Die Nationalratsabgeordnete forderte, alle Atomkraftwerke abzuschalten, die in Erdbebengebieten stehen, die keinen Reaktordruckbehälter haben, die älter als 30 Jahre sind oder die gleiche Bauart haben wie Fukushima. (APA, 1.10.2012)

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