Dax schließt im Plus

1. Oktober 2012, 18:57
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Finanztitel unter den größten Gewinnern

Frankfurt - Nach guten Konjunkturdaten aus Europa und den USA hat der deutsche Aktienmarkt am Montag deutlich zugelegt. Der DAX kletterte um 1,53 Prozent auf 7.326,73 Punkte, nachdem er in den vergangenen fünf Handelstagen noch um insgesamt 3,16 Prozent abgerutscht war. Der MDAX mittelgroßer Werte legte am Montag um 1,38 Prozent auf 11.129,47 Punkte zu, und der TecDAX verbuchte ein Plus von 1,11 Prozent auf 818,49 Punkte.

Zunächst hatten positive europäische Konjunkturdaten die Aufwärtsbewegung gestützt: Die Stimmung der spanischen, italienischen, französischen und deutschen Einkaufsmanager aus der Industrie hatte sich im September überraschend etwas aufgehellt. Am Nachmittag sorgte dann der US-amerikanische ISM-Einkaufsmanagerindex für weiteren Auftrieb. Auch hier hatte sich die Stimmung im Vormonat verbessert. Zudem zeigt die Kennzahl wieder ein Wachstum des Industriesektors an.

Für Marktanalyst Frank Geilfuß vom Bankhaus Löbbecke waren die Daten zum ISM-Index das "Tüpfelchen auf dem I". Nach den Gewinnmitnahmen der Vorwoche deckten sich die Anleger nun wieder ein, was allerdings auch nicht überbewertet werden sollte. Marktanalyst Gregor Kuhn von IG Markets begründete die Gewinne am Markt zudem mit dem besser als erwartet ausgefallenen Stresstest für den spanischen Bankensektor.

Vor diesem Hintergrund zählten Bankenwerte zu den Favoriten der Anleger. So zogen Deutsche Bank um 2,70 Prozent und die der Commerzbank sogar um etwas mehr als drei Prozent an. Analyst Stefan Bongardt von Independent Research verwies darauf, dass beide Finanzhäuser noch relativ stark in Spanien engagiert seien. Angesichts der Stresstest-Resultate sei das Risiko für beide Institute sowie auf dem Interbankenmarkt gesunken. Daneben dürften auch Medienberichte über weitere Zahlungen an Griechenland positiv gewirkt haben, hieß es von Händlern. Demzufolge soll der griechische Staat die nächsten Hilfsgelder selbst bei Verstößen gegen die Sparauflagen erhalten. Hintergrund sei die Angst vor den Folgen einer Staatspleite Griechenlands mit anschließendem Euro-Austritt.

Die Aktien von SAP gingen prozentual unverändert aus dem Handel, nachdem sie zuvor noch um mehr als eineinhalb Prozent zugelegt hatten. Der Software-Riese hatte grünes Licht aller Wettbewerbshüter für die 4,3 Milliarden US-Dollar (3,35 Milliarden Euro) schwere Übernahme des Cloud-Anbieters Ariba erhalten. Außerdem sei die Datenbanksoftware Hana ein einwandfreies neues Produkt des Softwarekonzerns, schrieb Barclays-Analyst Raimo Lenschow in einer Studie im Anschluss an die jüngsten Anwenderkonferenz.

Infineon an Dax-Spitze

An die Dax-Spitze schafften es derweil die Papiere von Infineon Technologies, die nach den deutlichen Verlusten der Vorwoche um viereinhalb Prozent nach vorne rückten. Da die schlechten Nachrichten infolge der Gewinnwarnung in der vergangenen Woche nun eingepreist seien, könnten die Investoren verstärkt auf das Erholungspotenzial im Zuge einer möglichen Restrukturierung achten, schrieb Analyst James Crawshaw von S&P Equity.

Im MDAX verteuerten sich die Anteilsscheine von Baywa um 2,35 Prozent. Analyst Heinz Müller von der DZ Bank bewertete die jüngsten Zukäufe des Agrarhändlers in einer aktuellen Studie positiv. Spitzenreiter im TecDax waren die Anteilsscheine von Evotec, die nach Bekanntwerden einer Kooperation mit dem Pharmakonzern Bayer um fast sechs Prozent nach oben schnellten. Im Rahmen der Allianz zur Bekämpfung der Gebärmuttererkrankung Endometriose erhält das Biotech-Unternehmen von den Leverkusenern eine Vorauszahlung in Höhe von 12 Millionen Euro.

Die Titel von Solarworld hingegen fielen um rund vier Prozent. Börsianer begründeten dies mit dem Autozulieferer und Industrieausrüster Bosch. Dieser hatte seinen Rückzug aus dem Solarsektor angedroht. "Selbst ein langfristig orientiertes Unternehmen wie Bosch kann nicht auf Dauer ein Zukunftsgeschäft wie die Fotovoltaik subventionieren - langfristig heißt nicht ewig", sagte Aufsichtsratschef Franz Fehrenbach der "Financial Times Deutschland". Unabhängig vom Preisverfall in der Branche sieht Fehrenbach die politische Unentschlossenheit als Hindernis. Bosch war erst 2008 in die Solarbranche eingestiegen. (APA, 1.10.2012)

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