Kärnten: Flashmob mit neuer Hymne

30. September 2012, 17:43
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"Unser Land" stellt am Dienstag Neukomposition vor

Klagenfurt - Dass in Kärnten einiges geändert gehörte, findet die überparteiliche Initiative "Unser Land", die sich zur Aufgabe gemacht hat, die Grenzen zwischen den Kärntner Volksgruppen aufzuheben. Seit ihrer Auftaktveranstaltung mit einem Flashmob im Mai 2012, der rund 800 Menschen zum gemeinsamen Chorsingen versammelte, gibt es regen Zulauf.

Beim nächsten musikalischen "Auflauf" am 2. Oktober in der Klagenfurter Messehalle 5 werden Deutsch- und Slowenischsprachige nicht nur miteinander singen, sondern es wird auch eine neue Kärntner Hymne zu hören sein. Darin wird die berüchtigte Strophe der "offiziellen" Landeshymne über die trennende "Blutgrenze" zwischen den Volksgruppen keinen Platz mehr haben.

Noch nicht zweisprachig

Die neue Hymne trägt den Titel Heimat Süden - Kärnten/Koroska. Die slowenische Landesbezeichnung ist vorderhand das einzige slowenische Wort, doch bis 2020, zur hundertsten Wiederkehr der Kärntner Volksabstimmung am 10. Oktober, soll der gesamte Text zweisprachig gesungen werden.

Es werden neben der neuen Landeshymne auch Neukompositionen alter Kärntner und slowenischer Lieder vorgestellt. Die Creme der Kärntner Komponisten, wie etwa Günther Antesberger, Helmuth Drewes, Bruno Strobl, Walter Kraxner oder Hedi Preisseger, hat diesen besonderen musikalischen Bogen zusammengestellt, fünf ebenso bekannte Kärntner Chöre, etwa der Chorus Anonymus, der Kammerchor Klagenfurt oder Mesani pevski zbor Danica, werden die neu vertonten und arrangierten Lieder interpretieren.

"Das Singen ist das verbindendste Element in Kärnten", erklärt der Vizeobmann des Vereins, der Kärntner Uwe-Scheuch-Richter Christian Liebhauser-Karl: "Wir holen die Menschen dort ab, wo sie sind." Teil des Programms ist auch die Vertonung eines Gedichts der Bachmann-Preisträgerin Maja Haderlap, Den Mond beschenken. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, 1.10.2012)

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