iPhone 5: Tester singen Loblied auf Design und Performance

20. September 2012, 10:06
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Nach geteilten Meinungen in ersten Hands-ons nun durchwegs positive Berichte

Am Freitag landet das iPhone 5 in den ersten Ländern. Nach anfänglicher Skepsis, dass Apple sein Mojo verloren haben könnte und dem neuen iPhone ein langweiliges Image anhaftet, wird das Smartphone von US-Medien nun abgefeiert. Vor allem das dünnere, leichtere Design, die Performance und die schnelle Verbindung über LTE werden hervorgehoben.

Design

Ein Loblied singen viele Tester auf das neue Design, wenngleich es auch negative Meinungen dazu gibt. David Pogue von der "New York Times" fühlt sich beim schwarzen Modell mit Glasfront und Aluminiumgehäuse (auf positive Art und Weise) an einen Tarnkappenbomber erinnert. Engadget hebt hervor, dass das iPhone 5 mit 112 Gramm um 20 Prozent leichter ist als das iPhone 4S und diese Reduktion auch tatsächlich einen Unterschied ausmache. Cnet fasst das Redesign so zusammen: "scharf, schmal und federleicht". 

Anders sieht man das bei T3, wo die Tester das "robustere" Design des 4S mehr schätzen. Pocket-Lint hat bei zwei Modellen bereits Abnutzungserscheinungen an den Kanten des Aluminiumgehäuses bemerkt.

Größeres Display

Das 4 Zoll große Display, das in der Länge gewachsen ist, zog im Web zwar einigen Spott auf sich, doch in den Reviews wird es positiv besprochen. Walt Mossberg von AllThingsD kehrt hervor, dass das iPhone 5 einfacher mit einer Hand zu bedienen sei als Konkurrenzmodelle mit größeren und breiteren Screens wie etwa das Samsung Galaxy S3 mit 4,8-Zoll-Display. Negativ falle jedoch noch auf, dass noch nicht alle Apps an die 1.136 x 640 Pixel angepasst seien. Das iPhone 4S bietet 960 x 640 Pixel.

David Pogue schreibt, dass das Display des iPhone 5 auch eine bessere Farbdarstellung aufweise. Für Jim Dalrymple von The Loop ist das längere Display unter anderem deswegen positiv, weil beim Surfen und Lesen der E-Mails mehr Inhalt angezeigt wird. Für Cnet steht fest, dass man wohl nicht mehr zu einem kleineren Display zurückwechseln wolle, wenn man das iPhone 5 einmal eine Zeit lang genutzt hat.

Performance

Beim iPhone 5 setzt Apple mit dem A6-Prozessor auf ein eigenes Prozessor-Design. Gegenüber dem Vorgänger ist der Chip laut Apple doppelt so schnell, auch soll er die doppelte Grafikleistung bringen. Es handelt sich dabei um einen auf 1,05 GHz getakteten Dual-Core-Prozessor, der von 1 GB RAM unterstützt wird. Wie bereits berichtet, sticht das neue Apple-Phone damit das Galaxy S3 bei Benchmark-Tests knapp aus.

Die Tester von Engadget konnten den Performance-Zugewinn im Test auch bestätigen. Dieser mache sich etwa darin bemerkbar, dass Apps schneller starten, HDR-Fotos schneller aufgenommen werden und Aufgaben wie Video-Rendering in iMovie schneller vonstattengehen. Auch Websites würden schneller laden.

Akkulaufzeit

Korrekte Angaben scheint Apple auch zur Akkulaufzeit zu machen. Walt Mossberg konnte zwischen neun und zwölf Stunden Laufzeit bei "gemischter Nutzung" herausholen, verrät allerdings nicht, wie diese konkret aussieht. Engadget geht hier genauer darauf ein: Bei einem Test, bei dem ein Video mit aktiviertem LTE und WLAN in Dauerschleife abgespielt wurde, erzielten die Tester elf Stunden und 15 Minuten Laufzeit. Bei ausgiebiger Nutzung mit aktiviertem LTE, GPS und WLAN ging dem iPhone nach 14 Stunden und 18 Minuten der Saft aus.

Lightning Connector

Der neu gestaltete, schmälere Dock-Connector am unteren Rand des Smartphones erhielt weniger positive Rückmeldungen. Für Engadget ist enttäuschend, dass er nur auf USB 2.0 basiert und nicht schneller als bisher Daten übertrage. Allerdings sei er einfacher zu nutzen, da man nicht auf Ober- und Unterseite achten müsse.

Cnet betont, dass aktuelles Zubehör ausgetauscht bzw. ein zusätzlicher Adapter verwendet werden müsse. Auch David Pogue ortet hier ein massives Problem. Er stellt sogar die Frage in den Raum, ob Apple dadurch Kunden verlieren könnte. Angesichts der starken Vorbestellungen dürfte das wohl nicht der Fall sein.

Kameras

Für David Pogue von der "New York Times" besitzt das iPhone 5 eine der besten Kameras, die man in einem Smartphone unterbringen könne. Bei Cnet hat man bemerkt, dass die Stills, die man während eines Videos aufnehmen kann, nur als Screenshots aus dem Video genommen werden und die Bildqualität etwas schlechter sei. 

In dem ausführlichen Test von Engadget wird betont, dass sich bei der Hauptkamera gegenüber dem iPhone 4S praktisch nichts verändert habe. Auch das iPhone 5 besitzt eine 8-Megapixel-Kamera mit einer Fünf-Elemente-f/2,4-Linse. Eine deutliche Verbesserung gebe es jedoch bei der Frontkamera. Die VGA-Facetime-Kamera des 4S wurde durch eine 1,2-Megapixel-HD-Digicam ersetzt, die Videos mit 720p aufnehmen kann. Beide Kameras würde extrem schnell auslösen.

LTE

Sehr angetan zeigen sich die Tester von den LTE-Geschwindigkeiten. Für Nutzer aus Europa sind diese Erfahrungsberichte allerdings kaum von Wert, da das iPhone 5 hierzukontinent bekanntlich offiziell nur von zwei Mobilfunkern unterstützt wird: der Deutschen Telekom und der britischen EE. Die diesbezügliche Problematik wurde schon an anderer Stelle erörtert.

Fazit

Der Tenor der ausführlicheren Tests fällt nach den gemischten Meinungen der ersten Hands-ons eindeutiger zugunsten des iPhone 5 aus. Design und Performance (sowohl beim Prozessor als auch beim Akku) werden besonders hervorgehoben. Für Engadget bietet das neue Apple-Modell deutliche Verbesserungen gegenüber dem iPhone 4S. Nur iOS wirke langsam etwas veraltet. T3 bewertet das iPhone 5 insgesamt zwar als "sehr gut", es sei aber nicht mehr das beste Modell am Markt. Ein ausführlicher Test des WebStandard folgt, sobald das iPhone 5 in Österreich erhältlich ist. Auch zu iOS 6 folgt eine eigene Besprechung. (Birgit Riegler, derStandard.at, 20.9.2012)

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    Das iPhone 5 gefällt in Tests.

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