"Proof of Concept": Wiener Demograph erneut gefördert

8. September 2012, 10:14
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Demograph Wolfgang Lutz will Methoden der demographischen Prognose verallgemeinern - Einsatz im Marketing und Konsumforschung

Wien - Der Wiener Demograph Wolfgang Lutz erhält einen weiteren Wissenschaftsförderpreis des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC). Lutz, der bereits 2008 mit einem hoch dotierten "Advanced Grant" des ERC ausgezeichnet wurde, war nun auch in der ERC-Förderschiene "Proof of Concept" erfolgreich.

Die Förderung soll Lutz dabei unterstützen, Methoden der demographischen Prognose zu verallgemeinern, und die zukünftige Zusammensetzung der Menschen nicht nur nach Alter und Geschlecht, sondern auch nach Bildung und anderen relevanten Eigenschaften zu berechnen.

Preisgekrönte Karriere

Lutz ist Professor an der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien, leitet das Weltbevölkerungs-Programm am Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien und ist Direktor des Instituts für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien.

2008 erhielt er als erster deutschsprachiger Sozialwissenschafter den prestigeträchtigen ERC-Advanced Grant, der mit rund 2,5 Mio. Euro dotiert ist. Zudem wurde er 2010 mit dem mit 1,5 Mio. Euro dotierten österreichischen Wittgenstein-Preis ausgezeichnet. Im Rahmen dieses Preises gründete er das "Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital", in dem seine drei Wirkungsstätten WU, IISASA und ÖAW in den Bereichen globale Demographie und Bildungsforschung eng zusammen arbeiten.

"Proof of Concept"

Die "Proof of Concept"-Förderung stellt Mittel im Wert von bis zu 150.000 Euro für Forscher zur Verfügung, die bereits einen ERC-Preis erhalten haben. Mit der Förderung will der ERC die Kluft zwischen Grundlagenforschung und frühen Phasen einer marktfähigen Innovation überbrücken.

Einsatz im Marketing

Lutz hat Methoden zur Verallgemeinerung demographischer Prognose und zur Berechnung der zukünftigen Zusammensetzung der Menschen nicht nur nach Alter und Geschlecht, sondern auch nach Bildung und anderen relevanten Eigenschaften bereits für den "Advanced Grant" entwickelt.

Jetzt sollen sie "auf den Bereich der Marketing Prognosen angewandt werden, wobei die relevanten Eigenschaften bestimmte Konsummuster und Präferenzen sein können", erklärte Lutz in einer Aussendung der WU. Zusammen mit WU-Marketing Professor Thomas Reutterer werden dafür internationale Daten analysiert und die Anwendbarkeit der Methode mit entsprechenden Firmen diskutiert. (APA, 8.9.2012)

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