Physiker übertragen Quanteninformationen über 143 Kilometer

5. September 2012, 19:00
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Das Team um Anton Zeilinger stellt einen neuen Weltrekord auf - Vorarbeit für ein künftiges Quanteninternet

London/Wien - Bereits vor fünf Jahren konnten Wiener Physiker um Anton Zeilinger erstmals zeigen, dass das quantenphysikalische Phänomen der Verschränkung - von Einstein "spukhafte Fernwirkung" genannt - über eine Strecke von mehr als 140 Kilometer nachweisbar bleibt. Die Forscher der Uni Wien und des Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation schickten damals die "wie von Zauberhand verbundenen" Photonen von einem Observatorium auf La Palma zu einer Empfangsstation auf der Nachbarinsel Teneriffa.

Nun gelang den Wissenschaftern am gleichen Ort ein weiterer wichtiger Fortschritt: Bei ihrem neuesten Experiment konnten sie auch Quanteninformation über die Strecke von 143 Kilometer übertragen. Das ist sehr viel aufwändiger, da die Photonen als "Träger" der Quanteninformationen gegenüber Umwelteinflüssen hochempfindlich sind.

Dieser höhere Aufwand lässt sich auch am nötigen Material ablesen. Waren 2007 bloß ein paar Koffer zum Transport der Ausrüstung nötig, wog sie diesmal eine Tonne. Die gelungene Übertragung, von der die Forscher im britischen Fachmagazin "Nature" berichten, sei ein "technologisch gewaltiger Schritt" - und eine wichtige Vorarbeit für ein künftiges Quanteninternet. (tasch/DER STANDARD, 6. 9. 2012)

  • Ein Quantenteleportationsexperiment hat einen neuen Distanzrekord erzielt.
    foto: iqoqi/vienna

    Ein Quantenteleportationsexperiment hat einen neuen Distanzrekord erzielt.

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