Spanischer Innenminister soll Geheiminfos ausgeplaudert haben

29. August 2012, 18:12
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Untersuchung: Möglicherweise bei Pressekonferenz geheime Details aus Ermittlungsakten zu Entführung im Jahr 1995 enthüllt

Madrid - Ein Madrider Richter untersucht, ob der spanische Innenminister Jorge Fernández Díaz auf einer Pressekonferenz geheime Informationen aus der Terroristenfahndung verraten hat. Der Jurist Javier Gómez Bermúdez vom Nationalen Gerichtshof forderte am Mittwoch bei den Fernsehanstalten Kopien der Aufnahmen von der Pressekonferenz an. Außerdem verlangte er von der Polizeiführung Auskunft darüber, von welchen Beamten die Informationen stammten.

Der Minister hatte Ende Juli vor Journalisten berichtet, dass die Entführung des Unternehmers Publio Cordón aus dem Jahr 1995 weitgehend aufgeklärt worden sei. Der Geschäftsmann war in der Nähe von Zaragoza von Mitgliedern der linksradikalen Terror-Organisation GRAPO gekidnappt worden und seither nicht mehr aufgetaucht.

Fernández Díaz hatte auf der Pressekonferenz bekanntgegeben, dass der Unternehmer von den Entführern in Frankreich in einem Versteck als Geisel gefangen gehalten worden und kurze Zeit nach seiner Entführung bei einem Fluchtversuch ums Leben gekommen sei. Die Polizei nahm vier ehemalige GRAPO-Mitglieder fest unter dem Verdacht, an der Entführung beteiligt gewesen zu sein. Der Minister könnte nach Ansicht des Richters auf der Pressekonferenz Details aus den Ermittlungsakten verraten haben, für die eine Geheimhaltungspflicht galt. (APA, 29.8.2012)

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    Plaudertasche: Jorge Fernández Díaz.

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