Haut-Lymphome: Spezialisten kommen nach Wien

28. August 2012, 16:15
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Die Arbeitsgruppe für kutane Lymphome tagt in Wien - In Österreich kommt es etwa zu hundert Neuerkrankungen pro Jahr

Die EORTC (European Organisation for Research and Treatment of Cancer)-Arbeitsgruppe für kutane Lymphome tagt von 7. bis 9. September 2012 in Wien. Beim international wichtigsten Kongress zur Erforschung kutaner Lymphome - Krebserkrankungen der Lymphozyten in der Haut - werden im Parkhotel Schönbrunn rund 200 Teilnehmer erwartet, darunter weltweit führende Experten aus Österreich, Europa und den USA. Diskutiert werden unter anderem neue, gezielte Therapieformen, die zukünftig Behandlungsmöglichkeiten verbessern sollen.

Vor der Gründung der internationalen EORTC-Arbeitsgruppe zur Erforschung dieser "Orphan Diseases" war das medizinische Wissen über kutane Lymphome, eine seltene Gruppe von Krebserkrankungen, aufgrund der niedrigen Fallzahlen gering. In Österreich kommt es vermutlich zu hundert Neuerkrankungen pro Jahr. "Es handelt sich dabei um Krebserkrankungen der Lymphozyten in der Haut, weißen Blutkörperchen, die normalerweise eine wichtige Abwehrfunktion wahrnehmen", so Franz Trautinger vom Karl Landsteiner Institut für Dermatologische Forschung am Landesklinikum St. Pölten, der gemeinsam mit Robert Knobler von der Universitäts-Hautklinik in Wien den Kongress organisiert.

Vielfältige Erscheinungsformen und Therapien

Unter den kutanen Lymphomen gibt es verschiedene Formen, die sich unterschiedlich präsentieren und unterschiedlich verlaufen. Manche sind eher chronische Krankheiten mit geringer Sterblichkeit, manche sind auf einzelne Hautareale beschränkt und durch Operation oder Strahlentherapie heilbar, andere betreffen die gesamte Hautoberfläche.

Dementsprechend vielfältig sind die Therapieoptionen. Sie reichen von Lichttherapie (sogenannte Phototherapie mit ultravioletten Strahlen) über konventionelle Chemotherapie, moderne "Targeted Therapies", bei denen gezielt das Wachstum der bösartigen Zellen gehemmt wird, bis zu Knochenmarkstransplantationen bei besonders gefährlichen Verlaufsformen.

Zwei Schwerpunktthemen

Unter dem Motto "Targets for Therapy" wird sich die Arbeitsgruppe auf zwei Schwerpunktthemen und Zielsetzungen konzentrieren: Erstens die Definition von Zielstrukturen an den Krebszellen, die als Angriffspunkt moderner zukünftiger Therapien ("Targeted Therapies") geeignet sind. Einige solche Zielstrukturen sind bereits entdeckt und Gegenstand von laufenden Forschungsprojekten. Ein diesbezügliches Highlight des Kongresses ist der Vortrag von Youn Kim von der Universität Stanford, USA, zu diesem Thema. Einzelvorträge beschäftigen sich mit Zellgiften, die mit monoklonalen Antikörpern an ihr Ziel geführt werden und daher gesunde Gewebe verschonen, des Weiteren mit verschiedenen Formen der Gentherapien, die in der Zukunft Behandlungsmöglichkeiten verbessern sollen.

Zweites Schwerpunktthema ist die Diskussion und internationale Konsensfindung über Krankheitsdefinitionen und Ziele der Behandlung. Bei langandauernden und oft nicht heilbaren Krebserkrankungen - zu denen die häufigsten Formen der kutanen Lymphome gehören - ist es besonders wichtig, einheitliche Diagnosekriterien anzuwenden, praktikable und patientenorientierte ("klinisch relevante") Behandlungsziele festzulegen und Therapien anzuwenden, die bei möglichst guter Verträglichkeit die Krankheit lindern beziehungsweise palliativ wirksam sind. (APA/red, 28.8.2012)

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