Israel aus erster Stadt im Gaza-Streifen abgezogen

30. Juni 2003, 16:13
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Sicherheitsgespräche werden fortgesetzt - Dahlan: Israelischer Abzug aus Bethlehem am Mittwoch - Sharon prüft Freilassung palästinensischer Häftlinge

Jerusalem - Nach dem israelischen Teilabzug haben palästinensische Sicherheitskräfte am Montagmorgen die Kontrolle über die Ortschaft Beit Hanun im Gaza-Streifen übernommen. Sie errichteten mehrere Kontrollposten sowohl in dem Ort als auch an den Zufahrten. Mit dem Abzug wurde eine Vereinbarung umgesetzt, die Sicherheitsverantwortung wieder an die Palästinenser zu übergeben. Der Rückzug von Panzer- und Militärkolonnen aus Beit Hanun wurde im israelischen Fernsehen gezeigt.

Die israelisch-palästinensische Vereinbarung sieht zudem vor, dass die Nord-Süd-Hauptverbindungsstraße im Gaza-Streifen künftig geöffnet und der Grenzübertritt nach Ägypten erleichtert wird. Die Palästinenser machen ihren Gewaltverzicht vom vollständigen Ende der israelischen Militäraktionen in den besetzten Gebieten, der Einstellung der "gezielten Tötungen" und der Aufhebung der Blockaden abhängig.

Israelische und palästinensische Sicherheitsbeauftragte sind am Montag erneut in Jerusalem zusammengetroffen. Nach Angaben des israelischen Rundfunks geht es bei dem Gespräch um den geplanten Abzug der israelischen Armee aus der Stadt Bethlehem im Westjordanland. Am Morgen hatte die israelische Armee der palästinensischen Polizei die Sicherheitskontrolle über die wichtigste Nord-Süd-Hauptverbindungsstraße im Gaza-Streifen übergeben.

Nach Angaben palästinensischer Augenzeugen, die vom Norden des Gaza-Streifens bis zum Süden fuhren, sind noch nicht alle israelischen Straßensperren abgebaut. Die Armee sei aber offensichtlich dabei zu räumen. Die israelische Armee hatte sich in der Nacht zunächst aus Beit Hanun im Norden des Gaza-Streifens zurückgezogen.

Dahlan: Israelischer Abzug aus Bethlehem am Mittwoch

Die israelische Armee wird am Mittwoch die palästinensische Stadt Bethlehem im Westjordanland räumen. Das gab am Montag der palästinensische Sicherheitsbeauftragte Mohammed Dahlan bekannt. Eine entsprechende Vereinbarung sei bei den Sicherheitsgesprächen mit den Israelis erzielt worden. Diese Gespräche würden am Dienstag fortgesetzt, teilte Dahlan mit.

Sharon fordert vom Geheimdienst palästinensische Häftlingsliste

Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hat den Inlandsgeheimdienst Shin Beth anweisen lassen, in den kommenden Tagen eine Liste palästinensischer Sicherheitshäftlinge zusammenzustellen. Anhand der Liste solle entschieden werden, welche der Gefangenen freigelassen werden können, berichtete der israelische Rundfunk am Montag. Nach palästinensischen Angaben sitzen etwa 6000 Sicherheitshäftlinge wegen der Beteiligung an Anschlägen in israelischen Gefängnissen. Einige von ihnen wurden verurteilt, andere werden ohne Gerichtsprozess in "Administrativhaft" gehalten. (APA/AP/Reuters)

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    Palästinenser haben die Kontrolle über die Ortschaft Beit Hanun im Gaza-Streifen übernommen

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