"Molly Moon"

27. Juni 2003, 19:27
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Hypnotisierende Serienheldin der Zukunft

Ein Mädchen, ähnlich unterdrückt und schikaniert wie Harry Potter bei den Muggeln und genauso frech und anarchisch wie Pippi Langstrumpf: Molly Moon, die Heldin des mittlerweile ziemlich erfolgreichen Romans der britischen Autorin Georgia Byng teilt derzeit im werbetechnischen Vorfeld leider das Schicksal vieler Kinder- und Jugendbücher, die am großen Run auf Potter teilhaben sollen. Da ist dann alles schnell "wie" und nichts betont eigens Originalität: Hauptsache, schon wieder entkommt jemand möglichst magisch beengten Verhältnissen, und im Fall von Molly ist es eben Hypnose, um einen teilweise haarsträubend heiteren Plot mit märchenhaften Elementen zu würzen. Dennoch: Bis hin zur nicht ganz überraschenden Moral, dass man seine Umwelt nicht manipulieren sollte, entwickelt Byng unter Stichworten wie "Operation Gartenzwerg" einige nette Slapstick-Episoden. Vermutlich wird auch Molly Moon, bei der die Filmrechte jetzt auch schon um Millionensummen verkauft wurden, eine Fortsetzung erleben. Irgendwie schade: Roald Dahl etwa, der einst die alleranarchischsten Jugendbücher schrieb, war vom Zwang zum Sequel noch nicht gepeinigt. Er dachte sich einfach immer etwas Neues aus. (cp/DER STANDARD; Printausgabe, 28.06.2003)


"Molly Moon" erschienen bei Hanser, € 14,90/ 348 Seiten
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