Grasser gab seit 2002 10 Millionen für Berater und PR aus

27. Juni 2003, 12:16
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Finanzminister erstattet dem Parlament Bericht: 2,36 Millionen Euro im letzten Jahr allein für Agentur Hochegger

Wien - Während der Rechnungshof an seinem Endbericht zum Thema Vergaben feilt, gibt Finanzminister Karl-Heinz Grasser selbst in einem Bericht an das Parlament an, seit 2002 Aufträge von in Summe 10 Millionen Euro für Beratung und PR erteilt zu haben. Das berichtet der "Kurier".

Im Detail listet der "Erhebungsbericht des Bundesministeriums für Finanzen" auf:

  • PR-Ausgaben, also Aufwendungen für die Vermarktung Grassers und seiner Politik: 2,66 Millionen Euro. Der Löwenanteil entfiel auf die Agentur Hochegger, die um 2,36 Millionen Euro Grassers "Dialog und das persönliche Gespräch" mit kleinen und mittleren Unternehmern organisierte. Extra erhielt Hochegger 139.800 Euro für die Beratung, wie man der Öffentlichkeit am besten "finanz- und wirtschaftspolitische Maßnahmen" nahe bringt. Insgesamt bekam Hochegger 2,5 Millionen Euro Steuergeld, dazu noch den Auftrag aus Industriellengeld, Grassers persönliche Homepage zu erstellen.

  • Ausgaben für externe Berater laut Angaben des Finanzministeriums: An Beratungskosten für Immobilienprivatisierungen fielen 5,9 Millionen Euro an. Fünf davon gingen an Lehman Brothers, das sich österreichischer Subunternehmer bediente (CA-Investmentbank, KPMG, RA-Kanzlei Freshfields Bruckhaus Dehringer).

  • Für Beratungen über die ÖBB-Umstrukturierungen gab Grasser 154.419 Euro aus.

  • Für die Begleitung eines Pilotprojekts in der Finanzverwaltung gab es 451.650 Euro Steuermittel an Infora.

  • Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG scheint mit 788.866 Euro Beratungshonorar bei der Privatisierung des Bundesverlags auf.

Zusammen mit diversen kleineren Beraterhonoraren ergibt das seit Jänner 2002 eine Summe von 10,37 Mio. Euro.

Hinzu kommen Berater-Aufträge, die das Finanzressort in den Jahren davor vergab. Die größte Summe entfällt auf den Komplex Verwaltungsreform, der die gesamte Bundesregierung umfasste, aber vom Finanzministerium bezahlt wurde (die einzelnen Ministerien haben dennoch extra Steuergeld für Umstrukturierungs-Beratungen ausgegeben). Das Finanzressort zahlte u.a. 4,3 Millionen Euro an Arthur Anderson, 2,6 Millionen an AT Kearney. An Beratungsleistungen speziell für das Finanzministerium gingen 344.408 Euro an Mc Kinsey für die Finanzverwaltung und 388.308 Euro an Mummert und Partner für die Zollverwaltung. Insgesamt wurden für "Verwaltungsberatung" 7,80 Millionen Euro aufgewendet. Diese Vergaben erfolgten vor 2002, die Projekte laufen teilweise noch. In Summe ergeben sich aus den Angaben des Finanzressort für den gesamten Zeitraum externe Ausgaben von 18 Millionen Euro. (APA)

  • Finanzminister Grasser vor genau einem Jahr: "Wir versuchen jede Zahl und damit jeden
Cent, jeden Euro fünf Mal umzudrehen."
    foto: standard/cremer

    Finanzminister Grasser vor genau einem Jahr: "Wir versuchen jede Zahl und damit jeden Cent, jeden Euro fünf Mal umzudrehen."

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