Inflationsanleihe auf den HVPI

31. Juli 2012, 10:41
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Harmonisierter Verbraucherpreisindex gibt die Höhe der Zinszahlungen vor

Das statistische Amt der Europäischen Union, Eurostat, misst in jedem Mitgliedsland monatlich die Preisentwicklung eines repräsentativen Warenkorbes, um daraus den Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) zu berechnen. Dieser gibt Aufschluss über die Inflationsentwicklung nicht nur in den einzelnen Staaten, sondern auch in der Europäischen Union und der Eurozone.

In einer Pressemitteilung vom 16.07.12 vermeldet das Amt einen Anstieg des HVPI in der Eurozone für den Zeitraum von Juni 2011 bis Juni 2012 um 2,4 Prozent (vorläufige Schätzung). Unter den siebzehn Ländern des Euroraumes verzeichnen die krisengeschüttelten Staaten Griechenland (1 Prozent), Spanien (1,6) und Irland (1,9) die niedrigsten Inflationsraten. Deutschland folgt mit einem Wert von 2 Prozent. Am oberen Ende der Skala rangieren Malta und Estland (jeweils 4,4) vor der Slowakei (3,7) und Italien (3,6).
Mindestkupon von 0,5 Prozent und Höchstkupon von 4,5 Prozent

Die Inflationsanleihe (ISIN: DE000LB0NAH1, Endfälligkeit 10.08.19) aus dem Hause LBBW zahlt am ersten Zinstermin, dem 10.08.13, einen festen Kupon in Höhe von 3 Prozent aus. Die weiteren, jährlich nachträglichen Zinszahlungen spiegeln die Inflationsrate der Eurozone, wobei auf einen Subindex des HVPI, welcher die Preise von Tabakprodukten ausklammert, zurückgegriffen wird. Dessen Messwert beträgt für den genannten Zeitraum 2,3 Prozent - die Abweichung vom Gesamtindex fällt mit 0,1 Prozent also eher gering aus.

Sollte die Inflationsrate während der siebenjährigen Laufzeit des Papiers stark fallen oder gar eine Deflation einsetzen, zahlt die Anleihe immer einen Mindestkupon in Höhe von 0,5 Prozent. Im Gegenzug nehmen Anleger einen Höchstkupon von 4,5 Prozent in Kauf - von höheren Inflationsraten wird nicht profitiert. Investoren übernehmen hingegen das Risiko steigender Zinsen, was sowohl der Erhöhung des Marktzinsniveaus wie auch einer Verschlechterung der Emittentenbonität derzeit durch die Agentur Moody's mit A3 bewertet - geschuldet sein kann.

Der Ausgabeaufschlag bei Zeichnung bis zum 07.08.12 beträgt 1,5 Prozent - und verschluckt damit recht unbescheiden bereits die Hälfte des ersten Kupons. Eine Inflationsrate 2012/13 für den Euroraum von über 1,5 Prozent schlägt diese Zinszahlung damit nicht mehr.

Fazit: Inflationsanleihen sprechen Anleger an, die sich gegen inflationäre Tendenzen schützen möchten. Geldentwertung kann entweder „künstlich", d.h. durch allzu freizügige Betätigung der Notenpresse erzeugt werden, oder sie tritt als Phänomen in Phasen wirtschaftlichen Aufschwungs oder gar Booms auf. Investoren sollten folglich vom Eintritt des einen oder anderen Szenarios überzeugt sein.

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