Wenig Griss um ÖIAG-Chefsessel

30. Juli 2012, 18:04
10 Postings

Am Dienstag endet Bewerbungs­­frist für Vorstandsposten der Beteiligungsholding

Wien - Es gibt zweifelsohne Jobs, die auf mehr Interesse stoßen. Am Dienstag endet die Bewerbungsfrist für den Vorstandsposten der Beteiligungsholding ÖIAG. Medial kolportiert wurden zahlreiche Namen. Wie ein Standard-Rundruf am Montag zeigte, haben aber die wenigsten der Genannten Lust, die Verwaltung der staatlichen Anteile an Post (53 Prozent), Telekom (28 Prozent) und OMV (32 Prozent) zu übernehmen und die Nachfolge von Markus Beyrer (er wechselt nach Brüssel) anzutreten.

Der Einzige, der einräumte, eine Bewerbung bei Personalberater Egon Zehnder abgegeben zu haben, ist Ex-AUA-Manager Peter Malanik. Darüber hinaus wolle er das Thema aber "nicht kommentieren". Malanik musste im Mai seinen Posten bei der Lufthansa-Tochter räumen. Austrian-Chef Jaan Albrecht soll nicht so angetan gewesen sein von der Arbeit Malaniks. Dieser war schon 2009 an Bord, als die Lufthansa die angeschlagene Fluglinie übernahm und als Draufgabe noch 500 Millionen vom österreichischen Steuerzahler bekam.

Fekter für eine Frau

Finanzministerin Maria Fekter (VP) möchte sich nicht äußern. Sie soll sich aber dafür starkgemacht haben, dass eine Frau zum Zug kommt. Kolportiert wurde Verbund-Managerin Ulrike Baumgartner-Gabitzer. Die frühere VP-Abgeordnete schließt aber eine Bewerbung aus. "Ich bin keine Kandidatin." Als schwarze Personalreserve gilt auch Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der Forschungsförderungsgesellschaft. Auch sie teilt aber mit, sich nicht zu bewerben. Absagen kommen zudem von Ex-Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka sowie aus der roten Reichshälfte von Siemens-Managerin Brigitte Ederer und Ex-OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer.

Noch einige Freunde in der ÖVP hat der frühere steirische Landesrat Herbert Paierl. Gegen ihn spricht aber aus ÖVP-Sicht: Paierl ist ein Vertrauter von Frank Stronach, der gerade über die Gründung einer Partei nachdenkt, was wiederum der ÖVP schaden könnte. "Das hätte Sprengpotenzial", heißt es. Andererseits: Einige ÖIAG-Aufsichtsräte sollen über die versuchten Interventionen Fekters verärgert sein. Formal ist der Aufsichtsrat ja unabhängig. Für den Standard war Paierl nicht erreichbar.

Können auch Leute zum Zug kommen, die sich nicht beworben haben? Nur wenn Egon Zehnder befindet, keine der Bewerbungen sei "geeignet". (Günther Oswald, DER STANDARD; 31.7.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ex-AUA-Vorstand Malanik hat Interesse.

Share if you care.