Neues Masterstudium für Richter und Staatsanwälte

27. Juli 2012, 14:53
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Justizministerin Karl startet Vertrauensoffensive - Bessere Ausbildung soll Verfahren verkürzen

Wien - Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) präsentierte am Freitag erste Maßnahmen ihrer Vertrauensoffensive. Mit einem Masterstudiengang sowie Unternehmenspraxis für Richter und Staatsanwälte, einem Buch und einem Internet-Informationsportal will sie Vertrauen in die Justiz zurückgewinnen. Weitere Schritte - etwa organisatorische Maßnahmen - werden folgen, kündigte sie am Freitag in einer Pressekonferenz an.

Eine im Februar präsentierte Umfrage hatte ergeben, dass zwar immer noch 65 Prozent der Befragten Vertrauen in die Justiz hatten, sich aber für 24 Prozent das Bild in den letzten Jahren verschlechtert hatte. In Gesprächen mit den Spitzenvertretern der Justiz hat Karl Vorschläge zur Stärkung des Vertrauens eingeholt. Im ersten Schritt setzt sie auf Ausbildung und Kommunikation.

Maßgeschneiderter Masterstudiengang

Mit verbesserter Ausbildung will Karl der Kritik begegnen, dass Verfahren - vor allem in großen Wirtschaftsfällen - zu lange dauern. Ab Herbst 2012 können im Wirtschaftsstrafrecht tätige Richter und Staatsanwälte in einem mit der WU Wien für sie maßgeschneiderten Masterstudiengang ihr Wissen über "Wirtschaftskriminalität und Recht" ausbauen. Der postgraduate Studiengang dauert zwei Jahre, wird zum Großteil vom Ministerium bezahlt und ist so konzipiert, dass er neben dem Beruf absolviert werden kann.

Ebenfalls mehr Wirtschaftskompetenz sollen bis zu viermonatige Praktika bei Top-Unternehmen bringen, die Richter und Staatsanwälte in Ausbildung ab Oktober absolvieren können.

"Justiz besser verstehen"

Die zweite Schiene ist die Information. Ein Justizbuch - Arbeitstitel "Justiz besser verstehen" - soll den Bürgern leicht verständlich die Aufgaben der Justiz und die Möglichkeiten, zu ihrem Recht zu kommen, darlegen. Es soll in einer Auflage von 100.000 Stück erscheinen und gratis in ausgewählten Ämtern und Bibliotheken sowie übers Internet bezogen werden können. Auch im Internet präsentiert sich die Justiz neu. Auf dem Portal "Justizinfo" - http://www.justiz.gv.at/justizinfo - werden die Abläufe in der Justiz dargestellt, zunächst im Strafverfahren und später zu anderen Themen. (APA, 27.7.2012)

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    Mit verbesserter Ausbildung will Karl der Kritik begegnen, dass Verfahren - vor allem in großen Wirtschaftsfällen - zu lange dauern.

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