Mongolische Medaillen

26. Juli 2012, 19:21
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Rohstoff für die Trophäen stammt aus der Wüste Gobi

London - Mehr als 7000 Kilometer von London entfernt wird in Ojuu Tolgoi (Türkishügel) in der Wüste Gobi in rauen Mengen Gold und Kupfer abgebaut. Und schon am Samstag in runder Form einem Teil der Olympia-Athleten umgehängt. "Es ist eine große Ehre für das mongolische Volk, auf diese Art und Weise dabei zu sein. Die Medaillen sind ein Zeichen unserer Begeisterung und unseres Engagements für die olympische Bewegung", sagt Demchigjav Zagdsuren, der Vorsitzende des mongolischen NOK.

Die plötzliche öffentliche Wahrnehmung verdankt Ojuu Tolgoi auch dem multinationalen Bergbau-Imperium Rio Tinto. Das Unternehmen mit Sitz in Melbourne und eben London kontrolliert die erst 2001 entdeckte Goldquelle nahe der chinesischen Grenze. Der Abbau im Türkishügel ist das größte Wirtschaftsprojekt in der Geschichte der Mongolei. Die Mine, die im kommenden Jahr mit 15.000 Arbeitern den Vollbetrieb aufnehmen wird, wird rund 30 Prozent des mongolischen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaften. Die Lagerstätten sollen 36 Millionen Tonnen Kupfer und 1275 Tonnen Gold enthalten.

Im Tower von London, dem angeblich sichersten Ort des Vereinigten Königreichs, lagern neben den Kronjuwelen der Queen seit einigen Tagen auch die Olympia-Medaillen. In zahlreichen Werken in ganz Europa wurden die aus der Mongolei gelieferten Metallblöcke zu Rohlingen verarbeitet, ehe sie in der Königlichen Münzprägeanstalt zu Wales das vom IOC entworfene Design erhielten. (red, DER STANDARD, 27.7.2012)

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    Die Medaillen

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