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Kühbauer: "Das Match muss erst einmal gespielt werden."

Foto: APA/ Neubauer

Maria Enzersdorf - Die 0:2-Heimschlappe zum Bundesliga-Auftakt am Sonntag gegen Ried ist abgehakt, weggewischt. Denn die überraschend schwache Vorstellung gegen den Angstgegner kann Admira/Wacker vor dem zweiten Qualifikationsduell für die Fußball-Europa-Liga am Donnerstag in der Südstadt gegen Schalgiris Vilnius (Anpfiff 21.05 Uhr) als Motivationsbremse einfach nicht gebrauchen.

Daher wollte Didi Kühbauer am Dienstagabend bei der Buch-Präsentation der Admira-Wacker-Chronik auch kein Wort mehr über den Sonntag verlieren, sondern nur noch in die nahe Zukunft schauen: Die sollte den Aufstieg bedeuten, "denn ich glaube, wir sind die bessere Mannschaft".

Mit dem 1:1 vergangene Woche in der Hauptstadt Litauens gegen den Vizemeister und aktuellen Tabellenzweiten hat sich die Admira schon eine einigermaßen gute Ausgangsposition für den Aufstieg in die dritte Qualifikationsrunde geschaffen, in der Sparta Prag warten würde. "Doch das Match muss erst einmal gespielt werden", weiß der Trainer, den das Ausscheiden von Red Bull Salzburg gegen Düdelingen natürlich auch entsprechend überraschte: "sehr schade für unseren Fußball, ich bin eigentlich sprachlos". 

Kühbauer hat einen Plan

Kühbauer ist überzeugt, dass seine Elf weiterkommt. "Wir wollen es mit Offensiv-Fußball, Aggressivität und Zweikampfstärke schaffen", so der Admira-Coach, der seinen "Jungs" vertraut, "dass sie alles dran setzen, das Beste zu machen". Immerhin attestiert er dem Gegner, dass er auch über Qualität verfügt. "Aber wenn wir alles auflegen, dann sind wir einfach die Besseren." Dass Schalgiris in der Meisterschaft zuletzt 3:1 gewonnen hat, ist ohne größere Bedeutung, war es doch ein Heimsieg gegen das abgeschlagene Schlusslicht der Zehnerliga, Atlantas, zu dem Kuklys (Elfer), Bilinski und Janusauskas die Tore beisteuerten.

Von der Neuerwerbung Kamil Bilinski hält Schalgiris-Trainer Damir Petravic sehr viel. Er war wesentlich dafür verantwortlich, dass die Hausherren gegen die Admiraner in Vilnius nach der Pause auf "ihrem Kunstrasen" in Schwung kamen, den Ausgleich schafften und sogar noch den Sieg hätten schaffen können. Der Pole könnte mit dem Schotten Elliot am Donnerstag ein Sturm-Duo bilden, was Kühbauer aber nicht schreckt: "Sie können mit vier Stürmern kommen, es wird auch nicht reichen."

Richard Windbichler, mit 21 Jahren der neue Kapitän, konzediert seinem Trainer einen Superdraht zur Mannschaft. "Gegen die aggressiv und hart spielenden Litauer müssen wir die Zweikämpfe annehmen, spielerisch sind wir wohl etwas besser", ist er überzeugt. Schalgiris-Trainer Petravic ist hingegen überzeugt, dass seine Mannschaft durchaus noch Aufstiegschancen hat. "Wir können auch auswärts gewinnen", glaubt der Kroate.

Großer Andrang bei Buchpräsentation

Die Admiraner wünschen sich für Donnerstag eine entsprechende Publikums-Unterstützung, nicht gerade eine Selbstverständlichkeit in der Südstadt. Von einem ausverkauften Haus wie beim 4:3 vor einem knappen Jahr gegen die Hütteldorfer (Kühbauer: "Es gibt nichts Schöneres, als Rapid zu schlagen") können die Admiraner fast immer nur träumen. Bei der Buchpräsentation "Gemma, Gemma Burschen" über die Geschichte der Admira aber auch vom Fusionspartner Wacker, war der VIP&Business Club allerdings gerammelt voll. "Mehr Menschen als bei einem Match", sagte einer spöttisch.

Natürlich ist auch der starke Auftritt der Admira vor 18 Jahren im UEFA-Cup, die vor dieser Saison letzte Europacup-Teilnahme der Südstädter mit Erfolgen gegen Gornik Zabrze (Gesamt 6:3) und Cannes (5:3) Inhalt der Chronik. Erst im Achtelfinale war gegen Juventus (mit u.a. Roberto Baggio, Vialli) Endstation. Übrigens auch unter einem Didi und zwar Constantini. (APA, 25.7.2012)

Europa-League-Qualifikation, 2. Runde, Rückspiel:

Admira/Wacker - Schalgiris Vilnius (Maria Enzersdorf, Südstadt, 21.05 Uhr/live ORF eins, SR Leontios Trattou/CYP)
Hinspiel: 1:1 - Aufsteiger spielt gegen Sparta Prag (2. und 9. August)

Admira: Tischler - Plassnegger, Windbichler, Drescher, Schrott - Sabitzer, Mevoungou, Daniel Toth, Jezek - Hosiner, Schwab

Ersatz: Leitner - Seebacher, Thürauer, B. Sulimani, Quedraogo, Schick, Pöllhuber

Es fehlen: Palla, Auer (verletzt bzw. rekonvaleszent).

Schalgiris: Vitkauskas - Vaitkunas, Peric, Skerla, Radavicius - Nagumanow, Kuklys - Bilinski, Pek, Silenas - Elliot

Ersatz: Rapalis - Jankauskas, Urbaitis, Grgurovic, Komolow, Svrljuga, Freidgeimas, Janusauskas