Olympia: OK-Chef Coe trat mit Sponsoring-Äußerung in Fettnapf

20. Juli 2012, 18:23
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"Wahrscheinlich wirst Du mit einem Pepsi-Cola-T-Shirt nicht hineingehen (können), weil Coca-Cola einer unserer Sponsoren ist" - Komitee distanziert sich

London - Olympia-Organisationschef Sebastian Coe ist eine Woche vor Beginn der Spiele von London im Zusammenhang mit dem olympischen Reizthema Sponsoring in einen Fettnapf getreten. In einem Interview mit der BBC sagte Coe auf die Frage des Reporters, ob er mit einem Pepsi-Cola-T-Shirt ins Stadion gelassen werde: "Wahrscheinlich wirst Du mit einem Pepsi-Cola-T-Shirt nicht hineingehen (können), weil Coca-Cola einer unserer Sponsoren ist." Die Rechte der Sponsoren müssten geschützt werden, weil ihre Gelder einen Großteil des laufenden Olympia-Etats bestritten.

Die Darstellung Coes ist nicht im Einklang mit der offiziellen Linie des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Das Organisationskomitee LOCOG sah sich am Freitag gezwungen, sich von den Aussagen seines Präsidenten zu distanzieren. "Selbstverständlich" seien die Olympia-Zuschauer völlig frei in der Entscheidung, was sie anziehen. Lediglich wenn größere Gruppen von Besuchern in einem als Werbung zu interpretierenden Outfit eines Nicht-Sponsors aufträten, werde eingegriffen.

Nach dem Lapsus Coes überschlugen sich im Internet die mehr oder weniger ernst gemeinten Befürchtungen von Olympia-Fans. Die BBC zitierte aufkommende Fragen, ob die Polizisten ihre Kartoffelchips in eine neutrale Packung umfüllen müssten, wenn sie ihre Frühstückspause machen. Dies sei "kompletter Unsinn", hieß es vom LOCOG. (APA, 20.7.2012)

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