Amtsinhaber gewann Präsidentenwahl in Berg-Karabach

20. Juli 2012, 09:41
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Kritik von Seiten der EU

Stepanakert/Moskau - In der von Armenien und Aserbaidschan beanspruchten Kaukasusregion Berg-Karabach hat Amtsinhaber Bako Saakjan nach offiziellen Angaben die umstrittene Präsidentenwahl gewonnen. Der 51-Jährige habe sich mit 66,7 Prozent der Stimmen gegen seine beiden Konkurrenten durchgesetzt, teilte das Wahlkomitee am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax mit. Saakjan war von Armenien unterstützt worden, das die Region kontrolliert. Aufgerufen waren knapp 100.000 Wahlberechtigte. Die EU kritisierte die Abstimmung in der international nicht anerkannten Republik vom Vortag als illegal.

"Ich möchte wiederholen, dass die Europäische Union den verfassungsmäßigen und gesetzlichen Rahmen, in dem sie stattfindet, nicht anerkennt", hatte EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton in einer Aussendung betont.

Gefechte mit aserbaidschanischen Truppen

Das mehrheitlich von (christlichen) Armeniern bewohnte Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan. Es ist geografisch von Aserbaidschan eingeschlossen, hat aber mittels eines von Armenien militärisch kontrollierten Korridors eine direkte Landverbindung zu Armenien. Immer wieder kommt es zu Gefechten mit aserbaidschanischen Truppen mit Toten.

Berg-Karabach sagte sich Anfang der 1990er Jahre von Aserbaidschan los, nachdem ihm der Autonomiestatus, den es innerhalb der Aserbaidschanischen Sowjet-Republik noch genoss, entzogen wurde. Es wird seit dem darauffolgenden Krieg (1992-94) mit etwa 30.000 Toten von Armenien kontrolliert. Hunderttausende muslimische Aserbaidschaner (Aseris) wurden durch den Krieg zu Flüchtlingen. Eine Lösung des Konflikts um die Region ist nicht in Sicht. (APA, 20.7.2012)

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