ÖGB beklagt Zerfall der großen Metallerrunde

19. Juli 2012, 13:17
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Für Gewerkschaftsbund-Präsident Erich Foglar "ein sehr bedenklicher Schritt, der uns 40 Jahre zurückwirft"

Wien - Die Arbeitgeberverbände peilen derzeit an, die bisher im Block mit mehreren Metaller-Gewerkschaften geführten Kollektivvertragsverhandlungen aufzusplitten. Ein Zerfall der Metallerlohnrunde wäre für ÖGB-Präsident Erich Foglar "ein sehr bedenklicher Schritt, der uns 40 Jahre zurückwirft und sicher eine Belastung der Sozialpartnerschaft". Derzeit befinde man sich in einer "kritischen Situation", so Foglar am Rande einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Entspannter sieht dies der Fachverband Bergbau/Stahl. Ihr Obmann Franz Friesenbichler geht davon aus, dass sich durch die getrennte Verhandlung nichts ändern wird. Sein Fachverband, der etwa 15.000 Arbeitnehmer umfasst, werde getrennt verhandeln, nachdem der Fachverband der Maschinen- und Metallwarenindustrie eigene Wege gehe (hier geht es zu den Details). Ob man dann vor oder nach den Metallern startet, sei noch offen, sagte er am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz auf Journalistenfragen. Derzeit bespreche man mit der Gewerkschaft die weitere Vorgangsweise. Formal habe es schon immer einen eigenen Kollektivvertrag gegeben, erinnerte Friesenbichler. 

Bergbau und Stahl sieht Gewinn abkippen

Abseits davon präsentierte der Fachverband Bergbau/Stahl seine Prognose für 2012. Man werde den Mitarbeiterstand konstant halten - was Vorkrisenniveau bedeute - und rechnet mit niedrigerem Gewinn bei stabilem Umsatz. Die Branche fordert niedrigere Hürden beim Abbau von Rohstoffen, setzt Hoffnung in die Lithium-Vorkommen der Koralpe in Kärnten (siehe detaillierter Bericht). (APA, 19.7.2012)

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