Salzburg bleibt wohl die Hauptstadt

16. Juli 2012, 19:09
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Die neue Saison naht, der Kampf um den zweiten Platz wird spannend. Getan hat sich vor allem auf den Trainerbänken etwas

Salzburg/Wien - Da die österreichische Fußballbundesliga laut Vorstand Georg Pangl "smart" ist, findet sie auch dieses Jahr wieder statt. Am Samstag geht sie los, traditionell mit der ersten Runde. Die zehn Trainer versammelten sich am Montagvormittag im Hangar 7 in Salzburg. Die Ortswahl war insofern interessant, als die bisherigen Eröffnungsplaudereien in Wien, der Bundeshauptstadt, stattgefunden haben. Red Bull hat auch das geändert. Pangl dankte den Gastgebern für das "fantastische Ambiente". Salzburg ist als amtierender Meister und Cupsieger quasi Fußballhauptstadt.

Liga-Präsident Hans Rinner ließ die Runde grüßen, er weilt auf Urlaub in den USA, war maximal geistig anwesend. Pangl lobte das Produkt, verwies auf den um 2,2 Prozent auf 122,6 Millionen Euro gestiegenen Medienwert. Zudem wurden Schritte gesetzt, "die zu einer wirtschaftlichen Gesundung" führten. "Die Klubs haben gelernt, erfolgreich zu sein, obwohl sie die besten Spieler abgeben müssen." Um nicht der Schönfärberei verdächtigt zu werden, bedauerte Pangl die rückläufigen Zuschauerzahlen. "Das liegt auch an der Klubstruktur. Rapid hat einen Schnitt von 16.000, davon können wir nur träumen. Aber es sollte besser werden."

Ein Problem sei nach wie vor die Infrastruktur. Flutlichter leuchteten nicht hell genug, die meisten Rasen lechzten immer noch nach einer Heizung. In Sachen Torlinientechnologie überlasse man anderen Ländern den Vortritt. "Aus wirtschaftlichen Gründen glaube ich nicht, dass wir zu jenen Pionieren zählen, die das schnell umsetzen."

Reger Austausch

Auf dem Transfermarkt hat sich eher wenig abgespielt, allerdings wurde in den Betreuerstäben nahezu gewütet. Salzburg (Roger Schmidt), Austria (Peter Stöger) Sturm Graz (Peter Hyballa), Ried (Heinz Fuchsbichler) und Wiener Neustadt (Heimo Pfeifenberger) haben neue Cheftrainer. Nenad Bjelica stieß auch zur Runde, er ist für Aufsteiger WAC zuständig. Was von den Kärntnern zu erwarten ist? "Wir wollen attraktiven Fußball zeigen und eher nach oben als nach unten schielen." Geblieben sind Peter Schöttel (Rapid), Dietmar Kühbauer (Admira), Walter Kogler (Wacker Innsbruck) und Franz Lederer (Mattersburg). Letztgenannter ist 48 Jahre alt und somit der Oldie.

Sie alle favorisieren Salzburg, das ist zwar nicht besonders originell, aber Fakt. Schöttel: "Sie können die Favoritenrolle nicht leugnen. Wobei wir uns nicht gegen einen Titel wehren würden." Kühbauer: "Es müsste schon viel passieren, damit Salzburg nicht Meister wird. Es müssten sich zum Beispiel ungefähr 18 Spieler gleichzeitig verletzen." Schmidt widersprach der Kollegenschaft nicht. "Ich habe einen sehr positiven Eindruck von meiner Mannschaft. Sogar der große Traum vom Erreichen der Gruppenphase der Champions League ist spürbar und somit realistisch." (hac, DER STANDARD, 17.7. 2012)

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    Gruppenbild im Hangar: Walter Kogler (Wacker Innsbruck), Roger Schmidt (Red Bull Salzburg), Peter Schöttel (Rapid Wien), Peter Hyballa (Sturm Graz), Heimo Pfeifenberger (SC Wiener Neustadt) und Nenad Bjelica (WAC); Peter Stöger (FK Austria Wien), Dietmar Kühbauer (FC Admira Wacker Mödling), Heinz Fuchsbichler (SV Ried) und Franz Lederer (SV Mattersburg).

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