Börse Frankfurt beendet Tag mit Verlusten

12. Juli 2012, 18:31
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Enttäuschte Hoffnung auf Anzeichen für Lockerung der US-Geldpolitik belastete

Frankfurt - Konjunktursorgen und von der US-Notenbank Fed enttäuschte Hoffnungen haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag unter Druck gesetzt. Der DAX, der es am Vormittag kurzzeitig noch fast ins Plus geschafft hatte, verlor letztlich um 34,50 Punkte (minus 0,53 Prozent) auf 6.419,35 Einheiten.

Der TecDAX sank um 12,89 Punkte oder 1,71 Prozent auf 739,47 Punkte. Der M-DAX ermäßigte sich 57,89 Punkte oder 0,55 Prozent auf 10.388,28 Zähler. Der HDAX schloss mit 3.294,60 Einheiten und einem Minus von 18,67 Zählern oder 0,56 Prozent. Der C-DAX verlor um 3,16 Punkte oder 0,55 Prozent auf 569,95 Stellen.

Die fehlenden Signale für eine weiter gelockerte US-Geldpolitik belasteten die Börsen - so lautete das Expertenurteil mit Blick auf das am Vorabend veröffentlichte Sitzungsprotokoll der US-Notenbank. Diese habe sich von der jüngsten Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) offensichtlich nicht unter Druck setzen lassen, schrieb ein Marktstratege von GKFX Deutschland. Etwas weniger pessimistisch klangen die Analysten von IG Markets: Immerhin könne man das vorläufige Stillhalten der amerikanischen Notenbanker auch so interpretieren, dass sie die konjunkturelle Erholung in den Vereinigten Staaten weitaus solider einschätzten als der Markt.

SAP nach Zahlen DAX-Sieger

Im Fokus der Anleger standen vor allem Unternehmensberichte. Gute Zahlen von SAP katapultierten die Aktien des Softwareherstellers vom DAX-Ende auf den ersten Platz - sie schlossen 2,66 Prozent höher. Börsianer sahen die Eckdaten für das zweite Quartal, die nach entsprechenden Spekulationen im Markt nicht mehr ganz überraschend gekommen waren, unisono über den Erwartungen. Ein Analyst von der Hamburger Sparkasse sprach von "Superzahlen ohne Wenn und Aber in einer Branche, wo es zuletzt von Umsatz- und Gewinnwarnungen nur so gewimmelt hat".

Am Morgen hatten Umsatzwarnungen des indischen Softwareherstellers Infosys sowie des schweizerischen Bankensoftware -Spezialisten Temenos SAP noch deutlich zugesetzt. Diese belasteten auch die Aktien der Software AG: Sie erholten sich im Gegensatz zu SAP nicht und gingen 5,57 Prozent schwächer aus dem Handel.

Die deutlichen Kursgewinne beim Handelskonzern Metro waren nicht von Dauer. Zum Börsenschluss standen die Papiere noch 0,15 Prozent höher, was aber immer noch für einen der vorderen Plätze im DAX reichte. Für die Titel des Sportartikelherstellers Adidas ging es indes um 1,45 Prozent bergab - hier belasteten negative Nachrichten von Callaway, einem US-Wettbewerber im Bereich Golf-Ausstattung.

Derweil legten die Papiere des Modekonzerns Hugo Boss als MDAX-Spitzenreiter um gut fünf Prozent zu. Sie profitierten von Spekulationen, die französische Holdinggesellschaft PPR, die bereits Mutterkonzern des Sportartikelherstellers Puma ist, habe Interesse am Boss-Anteil des britischen Finanzinvestors Permira. PPR habe aber bereits dementiert, sagte ein Händler. Den Südzucker-Aktien verhalfen gut aufgenommene endgültige Quartalszahlen des Zuckerproduzenten zu einem Kursplus von 3,23 Prozent. (APA, 12.7.2012)

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