Safari-Privacy umgangen: Google soll 22,5 Mio. zahlen

10. Juli 2012, 09:37
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US-Handelsaufsicht dürfte bislang höchste Strafe gegen ein Unternehmen aussprechen

Für die Umgehung der Privatsphäre-Einstellungen im Apple-Browser Safari droht Google eine Millionen-Zahlung durch die US-Handelsaufsicht FTC. Wie das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf informierte Personen berichtet, soll der Suchmaschinengigant 22,5 Millionen US-Dollar zahlen. Das wäre die bislang höchste Geldstrafe für ein Unternehmen durch die FTC.

Tracking-Cookies gesetzt

Google hatte wie berichtet gegen die Zustimmung der User sogenannte Tracking-Cookies beim Desktop-Browser und Safari für iPhone und iPad hinterlassen. Damit konnte das Unternehmen das Surfverhalten der Nutzer nachverfolgen und für Werbezwecken nutzen. Nachdem das WSJ die Praxis im Februar aufgedeckt hatte, stoppte Google die Vorgehensweise.

Gegen Abkommen verstoßen

Das Unternehmen betont, dass keine persönlichen Daten der User erfasst wurden und so niemand zu Schaden gekommen sei. Allerdings hatte Google davor erklärt, auf die Privatsphäre-Einstellungen in Browsern Rücksicht zu nehmen. Mit der FTC hatte der Konzern im Oktober ein Abkommen auf 20 Jahre unterzeichnet, seine Privacy-Praktiken nach außen hin nicht falsch dazustellen. Bei einem Verstoß dagegen würden 16.000 Dollar Strafe pro Tag anfallen.

User-Vertrauen geschwächt

Den Deal über eine Millionen-Zahlung hätten FTC und Google in den vergangenen Wochen ausverhandelt. Nun müsse er noch von der FTC offiziell abgesegnet werden. Bis zur Veröffentlichung könnte es daher noch zu Änderungen kommen. Eine Zahlung von 22,5 Millionen Dollar dürfte dem Konzern zwar kaum wehtun. Allerdings könnte es dem Vertrauen der User in Google schaden. (red, derStandard.at, 10.7.2012)

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    Google setzte beim Surfen mit Safari ungewollt Cookies - nun ist eine Millionen-Strafe fällig.

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