US-Börsen schließen leicht im Minus

9. Juli 2012, 22:27
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Spannung vor Alcoa-Bilanz für zweites Quartal - "Obamacare" sorgt für Fusion, Amerigroup plus 38 Prozent

New York - Die New Yorker Aktienbörsen haben am Montag in einem international schwächelnden Umfeld mit tieferen Notierungen geschlossen. Der Dow Jones Industrial Index verlor 36,18 Punkte oder 0,28 Prozent auf 12.736,29 Einheiten. Der S&P-500 Index gab 2,22 Punkte (minus 0,16 Prozent) auf 1.352,46 Zähler ab. Der Nasdaq Composite Index verbilligte sich um 5,56 Einheiten oder 0,19 Prozent auf 2.931,77 Zähler. Dabei standen die New Yorker Aktienbörsen unter dem Eindruck der schwelenden Krise in der Eurozone, wo die Spekulationen über Slowenien als nächsten Rettungskandidaten heute zunahmen.

So gerieten die slowenischen Staatsanleihen im Tagesverlauf ähnlich unter Druck wie zuletzt jene Spaniens und überstiegen zwischenzeitlich auch die Rendite-Marke von sieben Prozent. Beim Treffen der Eurogruppe in Brüssel wurde heute indessen verlautbart, dass das Hilfsprogramm von bis zu 100 Mrd. Euro für die maroden Banken Spaniens am 20. Juli unter Dach und Fach gebracht werden soll.

Weit stärker als erwartet sind in den USA die Verbraucherkredite im Mai gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat sei die Kreditvergabe um 17,1 Mrd. US-Dollar nach oben geklettert, teilte die US-Notenbank Fed im Verlauf mit. Volkswirte hatten lediglich einen Anstieg um 8,5 Mrd. Dollar prognostiziert. Für den Monat Mai korrigierte die Fed zudem das Wachstum der Verbraucherschulden von 6,5 auf 10,0 Mrd. Dollar nach oben.

Neben Konjunkturnachrichten sorgten vor allem die nach Handelsschluss erwarteten Zahlen des Aluminiumkonzerns Alcoa für das zweite Quartal für Anspannung unter den Kapitalanlegern. Die Alcoa-Bilanz eröffnet traditionell die Berichtssaison in den USA und gilt als Wegweiser für zahlreiche konjunktursensible Einzelwerte. Die Aktien des Alu-Konzerns gingen mit einem Plus von 0,40 Prozent bei 8,76 Dollar aus dem Handel.

Stärkster Einzelwert im Dow Jones waren Merck & Co. (plus 1,49 Prozent auf 42,13 Dollar), gefolgt von Verizon (plus 0,72 Prozent) und Wal-Mart (plus 0,52 Prozent). Ebenfalls in der Gewinnzone verabschiedeten sich Boeing aus dem Handel, sie legten 0,46 Prozent auf 74,03 Dollar zu. Zuvor hatte der Flugzeugbauer einen Großauftrag für seinen modernisierten Mittelstreckenflieger 737-MAX erhalten. Am unteren Indexende im Dow Jones fanden sich hingegen Du Pont (minus 2,92 Prozent auf 47,47 Dollar) sowie Caterpillar (minus 1,74 Prozent) und Exxon Mobil (minus 1,36 Prozent). Wenige Tage nach Bestätigung der Gesundheitsreform durch den Obersten Gerichtshof der USA bahnt sich unter den amerikanischen Krankenversicherern eine milliardenschwere Fusion an. Der Versicherer WellPoint will um rund 4,5 Mrd. Dollar den Rivalen Amerigroup übernehmen, wie beide Unternehmen ankündigten. Mit dem Zukauf setzt WellPoint darauf, dass künftig deutlich mehr arme Amerikaner in den Genuss der staatlichen Gesundheitsdienste Medicaid kommen. Nach dem Zusammenschluss würden die Unternehmen künftig mehr als 4,5 Millionen Begünstigte staatlicher Gesundheitsprogramme erreichen. WellPoint gingen mit einem Aufschlag von 3,41 Prozent auf 61,95 Dollar aus dem Handel, Amerigroup legten satte 38 Prozent auf 88,79 Dollar zu. (APA, 9.7.2012)

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